Es war ein glänzendes Ausrufezeichen, das die sechsfache Weltmeisterin vom TSV Schmiden zum Abschluss der Einzelwettbewerbe bei den Gymnastik-Europameisterschaften in Budapest gesetzt hat. Darja Varfolomeev gewann am Sonntag das letzte Gerätefinale mit dem Band. Das versöhnte die 17-Jährige mit manchem, das für sie davor in der ungarischen Hauptstadt nicht ganz so optimal gelaufen war.
Total glücklich
Mit dem Band fegte Darja Varfolomeev auf der Fläche der Budapester Sportarena alle Zweifel beiseite und ließ mit einem blitzsauberen Auftritt der Konkurrenz keine Chance. „Total glücklich über eine richtig gute Übung im Finale“ war Darja Varfolomeev hinterher. Und weil es zuvor mit dem Ball nicht gut gelaufen war, sei der Moment für sie und ihre Trainerin Yuliya Raskina sehr emotional gewesen. Das erste Finale mit einem Handgerät war für Darja Varfolomeev aber das mit dem Ball. Zur Musik von Michael Jackson performte die junge Gymnastin gewohnt dynamisch und mit absoluten Höchstschwierigkeiten. Einmal misslang ihr ein Wurf, und insgesamt war die Übung nicht optimal. 34,000 Punkte bekam sie von den Kampfrichterinnen. In dem starken Feld reichte diese Wertung nicht für eine Medaille – Platz vier. Den Titel holte die Italienerin Sofia Raffaeli mit 35,350 Punkten.
Das Gold mit dem Band war das zweite Edelmetall für Darja Varfolomeev bei den kontinentalen Titelkämpfen in Ungarn, die die letzte große Bewährungsprobe vor den Olympischen Spielen in Paris sind. Tags zuvor hatte die Deutsche im Mehrkampffinale Bronze gewonnene. Mit 138,450 Punkten musste sie lediglich der Vizeweltmeisterin Sofia Raffaeli (139,750) und der Bulgarin Stiliana Nikolova (143,750) den Vortritt lassen. „Ich bin zufrieden, denn ich konnte meine Fehler, die ich in der Qualifikation gemacht habe, abhaken und mit neuer Motivation angreifen. Auch wenn nicht alles fehlerfrei lief, so freue ich mich, dass ich mich zum Schluss stark steigern konnte und eine Medaille gewonnen habe“, sagte Darja Varfolomeev.
Margarita Kolosov, ihre Trainingsgefährtin vom Bundesstützpunkt Schmiden, turnte als Siebte mit 133,400 Punkten ebenfalls einen guten Wettkampf mit Reifen, Keulen, Ball und Band, und die 20-Jährige war auch im Finale mit den Keulen vertreten. Jedoch verlief ihre Übung nicht optimal. Mit zwei Geräteverlusten kassierte sie deutliche Abzüge von den Kampfrichterinnen und kam über 30,550 Punkte nicht hinaus, was am Ende Rang acht bedeutete. „Es ist etwas schade, dass es nicht besser gelaufen ist. Der Anfang der Übung war noch ganz okay, aber dann habe ich leider den Faden etwas verloren“, sagte Margarita Kolosov. Europameisterin mit den Keulen wurde die Israelin Daniela Munits mit 33,400 Punkten.
Gruppe landet auf Platz sechs
Nach den Finals der Einzelgymnastinnen war zum Abschluss der Titelkämpfe auch noch die deutsche Nationalgruppe gefordert. Das Team mit Melanie Dargel (TG Worms), Anja Kosan (SC Siemensstadt), Daniella Kromm (TSV Schmiden), Alina Oganesyan (TSV Schmiden), Hannah Vester (TB 1889 Oppau) und Emilia Wickert (TSG Söflingen), das im Stützpunkt Schmiden vom Camilla Pfeffer trainiert wird, war in beiden Gerätefinals vertreten. Bei der Übung mit den Reifen kam das Team auf 35,750 Punkte und Rang sieben. Mit Bändern und Bällen verlief zur Musik von „The Race“ der Gruppe Yello ebenfalls alles einwandfrei, 32,150 Punkte bedeuteten Rang sechs.
Noch besser schnitten alle deutschen Starterinnen gemeinsam in der Einzelteamwertung ab. Darja Varfolomeev, Margarita Kolosov und Anastasia Simakova kamen zusammen mit der deutschen Gruppe auf den vierten Rang. Das Team erreichte insgesamt 333,500 Punkte und lag damit hinter den Siegerinnen aus Bulgarien, den Italienerinnen auf Platz zwei und dem Team aus Israel.