Maia Shavadze vom SV Fellbach jubelt ausgelassen mit der georgischen Flagge nach ihrem Finalsieg. Foto: UNITED WORLD WRESTLING
Die 14-jährige Ringerin vom SV Fellbach gewinnt bei den U-15-Europameisterschaften in Bulgarien die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 46 Kilogramm.
Michael Käfer
26.05.2026 - 16:34 Uhr
Mit beiden Händen hält Maia Shavadze die georgische Flagge wie einen Superman-Umhang fest und rennt im Kreis über die blau-orangefarbene Ringermatte in der Arena Samokov – um dann, nach der verdienten Ehrenrunde, ihrem Vater und Trainer Tariel Shavadze in die Arme zu springen. Wer den Cheftrainer der Ringerinnen und Ringer des SV Fellbach auch nur ein wenig kennt, weiß, dass seine Freude über den am Freitag errungenen Europameisterschaftstitel seiner jüngsten Tochter mindestens so groß war wie die der 14-Jährigen.
Sekunden vor dem verdienten Jubel hatte die amtierende deutsche U-14-Meisterin bei den U-15-Europameisterschaften im bulgarischen Samokov im Finale der Gewichtsklasse bis 46 Kilogramm die Moldawierin Rusalina Portaru mit 4:2 besiegt. Trotz des rein zahlenmäßig knappen Resultats war es ein ungefährdeter Sieg der international für Georgien startenden Freistilspezialistin vom SV Fellbach. Nach einem Wurf hatte sie ihre Gegnerin – immerhin Bronzemedaillengewinnerin der kurz zuvor ebenfalls in Samokov ausgetragenen U-17-Europameisterschaften – am Rande einer Schulterniederlage gehabt. Mit artistischem Geschick befreite sich die Moldawierin jedoch aus der gefährlichen Lage.
„Danach hat Maia die Führung problemlos über die Zeit gebracht“, sagte Tariel Shavadze, einst selbst elffacher georgischer Meister im griechisch-römischen Stil. Bereits im ersten von letztlich vier Kämpfen hatte Maia Shavadze ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen die Griechin Artemi Pagianaidi war ihr beim Stand von 16:4 nach 3:11 Minuten ein technischer Überlegenheitssieg gelungen.
Tariel Shavadze (links) mit seinem ehemaligen Schützling Kevin Karl. Foto: Michael Käfer
Im Viertelfinale der 14-köpfigen Konkurrenz traf die Kampfsportlerin des SVF auf die Rumänin Maria Lozici. Bei diesem Kräftemessen musste Maia Shavadze erstmals über die gesamte vierminütige Kampfzeit gehen. Letztlich siegte sie aber erneut ungefährdet mit 6:0 Punkten. Im Halbfinale stand Maia Shavadze Michelle Checca gegenüber. Die Italienerin hatte bei den kontinentalen U-15-Titelkämpfen 2025 den fünften Platz in der Gewichtsklasse bin 46 Kilogramm belegt, war also kein unbeschriebenes Blatt. Erneut erkämpfte Maia Shavadze einen Punktsieg, diesmal mit 7:2 Zählern.
Kevin Karl hat bei der EM einst Bronze gewonnen
Für die Ringerabteilung des SV Fellbach ist der Einzeltitel von Maia Shavadze der größte Sieg in der Vereinsgeschichte. „Definitiv hatten wir noch keinen solchen Erfolg“, sagt Thomas Heumann, der Sportliche Leiter und zugleich treibende Kraft der SVF-Ringer. Selbst der inzwischen für den ASV Schorndorf in der Bundesliga aktive ehemalige SVF-Vorzeigekämpfer Kevin Karl hat bisher bei Europameisterschaften lediglich eine Bronzemedaille errungen.
Der SV Fellbach ist eine gute Adresse für ringende Mädchen
Zugleich dürfte der Erfolg von Maia Shavadze auch dem Mädchenringen beim SV Fellbach weiter Auftrieb geben. Maias Schwester Lisa Shavadze war wie die dreifache deutsche Meisterin Eleni Zagliveri ebenfalls bereits international im Einsatz. Weitere Talente sind Patimat Magomedgazieva und die auch als Kampfrichterin aktive Suzan Manz. „Ich denke, dass wir in jedem Fall eine gute Adresse für ringende Mädchen sind“, sagt Thomas Heumann.