EM-Halbfinale erreicht Auf den Punkt geliefert

Jubel und Erleichterung bei Alfred Gislason: Deutschland steht im EM-Halbfinale. Foto: IMAGO/Jan Huebner

Die deutschen Handballer zeigen Comeback-Qualitäten und stehen im EM-Halbfinale. Für Rückenwind bei der Heim-WM muss jetzt auch eine Medaille her, meint unser Autor Jürgen Frey.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Was für eine Explosion der Gefühle in Herning. Geschafft, Halbfinale! Die deutschen Handballer spielen bei dieser EM um die Medaillen. Mit dem verdienten 38:34-Sieg nach einem begeisternden Auftritt gegen Titelverteidiger Frankreich hat das Team von Alfred Gislason eindrucksvoll seine Comeback-Qualitäten gezeigt. Hut ab!

 

Druck stand gehalten

Nach der Niederlage gegen Serbien hatte der Albtraum Vorrunden-Aus gedroht. Das historische EM-Debakel wurde mit einem 34:32 gegen Spanien abgewendet. Nach den für viele unverständlichen Personalentscheidungen des Bundestrainers beim verspielten ersten Halbfinal-Matchball gegen Dänemark, war der Druck gegen Frankreich erneut riesig. Die noch relativ junge Mannschaft hielt ihm auf bewundernswerte Weise stand. Weshalb man auch dem Trainer Gislason lassen muss: Wenn’s drauf ankam, waren seine Spieler da und lieferten ab. Mit der grenzenlosen Euphorie im Rücken ist sogar der Titel möglich. Aber zumindest eine Medaille sollte ergattert werden, nur dann bläst der so wertvolle Rückenwind für die Heim-WM 2027. Ansonsten bleibt Olympia-Silber 2024 der große positive Ausreißer in der seit 2020 andauernden Gislason-Ära als Bundestrainer. Und womöglich kommen dann sogar doch noch Rufe nach neuen Impulsen auf – mit einem jüngeren Trainer, der näher am Team dran ist, sich offener für moderne, innovative Ideen zeigt. Die Namen von Bennet Wiegert, Florian Kehrmann, die in ihren Clubs überragende Arbeit leisten, oder von Andy Schmid kursierten bereits. Doch zunächst hat das Team ein überragendes Statement abgegeben. Auch für den Coach.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu DHB Kommentar Handball-EM