Gönner könnte die Aufklärung weiter blockieren und auf Zeit spielen, indem sie Berufung einlegt. Das wäre zwar ihr Recht, würde sie aber in ein schiefes Licht rücken. Wenn sie wirklich nichts zu verbergen hätte, wie sie stets beteuert, warum sollte sie den Einblick in ihre Dienstmails nun noch verweigern? Als Chefin einer halbstaatlichen Organisation stünde ihr Transparenz gut an. Auch die Landes-CDU müsste ein großes Interesse daran haben, dass ihre Ex-Ministerin die Aufarbeitung des „schwarzen Donnerstags“ nicht länger blockiert. Je früher vor der Landtagswahl diese erfolgt, umso besser für sie. Kommt von Gönner nicht rasch ein entsprechendes Signal, sollte der Landtag umgehend prüfen, ob er nicht doch über das Landesarchiv Zugriff auf die Mails von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus erhält. Das Urteil von Sigmaringen macht Mut auch zu diesem Weg.