Emons auf der Frankfurter Buchmesse Der Verlag macht auch Fehler

Wirtschaft: Eva Drews (ave)
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Heute, sagt Emons, passe das Unternehmen wieder zu seinem Lebensalter. Und inzwischen habe der Verlag eine Größe, mit der man „relativ unbeschadet Fehler machen kann“. Das ist eine gute Nachricht für jemanden, der wie Emons der Überzeugung ist, die wichtigsten Verlegereigenschaften seien „Tollkühnheit“ und der „Mut zum Blindflug“. Das kann auch mal danebengehen. Bis heute fuchst es den Verleger, dass er vor ein paar Jahren ein ungewöhnliches, aber sperriges Manuskript fünf Wochen auf seinem Riesenschreibtisch liegen ließ und sich nur wenige Stunden zu spät dazu durchrang, die Rechte an Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ haben zu wollen – einem Krimi, der 2006 zum Bestseller wurde. Ein anderer Verlag war schneller. Also sicherte Emons immerhin seiner mit zwei Freunden betriebenen Produktionsfirma Wüste Film West die Filmrechte. Doch die Verfilmung konnte nicht an den Erfolg des Buches anknüpfen.

Mehr Erfolg ist Emons mit seinem italienischen Hörbuchverlag beschieden. Das Unternehmen ist heute Marktführer für italienische Hörbücher – allerdings, so schränkt der Verleger ein, erfreuten sich Hörbücher dort überschaubarer Beliebtheit: „Italiener reden lieber, als dass sie zuhören.“ Jedes Jahr stecke er ein bisschen Geld in die italienische Tochter. Keinen Fehler sieht der Unternehmer hingegen darin, dass er Frank Schätzing hat ziehen lassen, dessen Bestseller „Der Schwarm“ bei Kiepenheuer & Witsch erschien. „Damals hätten wir uns noch nicht zugetraut, einen Bestseller zu verlegen, und den wollte Frank schreiben.“ Bis heute treffe er sich mehrmals im Jahr mit dem Erfolgsautor, um gemeinsame Projekte zu besprechen. Das nächste wird eine Graphic-Novel-Version (ein Comic für Erwachsene) von „Tod und Teufel“ sein. Und auch den Mut zum Bestseller hat der Unternehmer mittlerweile: Kürzlich hat er den italienischen Megaerfolg „Der Händler der verfluchten Bücher“, einen Mittelalter-Thriller von Marcello Simoni, auf den Markt gebracht. Der, glaubt Emons, könnte auch in Deutschland ein Riesenerfolg werden.

Dem Freund, der das Buch über romanische Kirchen nie schrieb, ist Hejo Emons heute nicht mehr gram. Den Vorschuss habe der zwar nie zurückgezahlt – „aber das hat er anderweitig gutgemacht.“ Schließlich hätte es den Verlag ohne ihn wohl nie gegeben.

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