Empfang in Stuttgart-Botnang Ein Abend für die vielen Ehrenamtlichen

Von Torsten Ströbele 

Der Bezirksbeirat lädt jedes Jahr fleißige Helfer ein, um sich bei ihnen für die geleistete Arbeit zu bedanken.

Eingeladen waren die Ehrenamtlichen, die  das  ASV-Freibad in Schuss  halten. Und die zahlreichen Helfer der Mittagstische und Gesprächscafés. Foto: Torsten Ströbele 5 Bilder
Eingeladen waren die Ehrenamtlichen, die das ASV-Freibad in Schuss halten. Und die zahlreichen Helfer der Mittagstische und Gesprächscafés. Foto: Torsten Ströbele

Stuttgart-Botnang - Seit 16 Jahren veranstaltet der Botnanger Bezirksbeirat einen Ehrenamtsempfang. „Dazu werden Gäste eingeladen, die nicht unbedingt in einer Funktion in einem Verein oder in einer Institution tätig sind. Vielmehr sind es oft Menschen, die gar nicht namentlich erwähnt werden möchten. Sie unterstützen ein Projekt, arbeiten im Hintergrund und freuen sich daran, anderen Menschen eine Freude zu machen“, sagte die stellvertretende Bezirksvorsteherin Mina Smakaj am vergangenen Freitagabend im Bürgerhaus, wo der diesjährige Ehrenamtsempfang stattgefunden hat.

Eingeladen waren die Ehrenamtlichen des ASV Botnang, die seit vielen Jahren mithelfen, das vereinseigene Freibad in Schuss zu halten. Und: die zahlreichen Helfer der Mittagstische und Gesprächscafés in Botnang. Insgesamt kamen rund 60 Gäste an die Griegstraße – darunter auch Botnanger, die im Café des Familien- und Nachbarschaftszentrums mithelfen. „Die Idee zu diesem Angebot kam von Gertrud Schmidt“, sagte Mina Smakaj. Das Ziel sei es gewesen, dass sich Menschen verschiedener Herkunft unverbindlich treffen können – „und das bei Kaffee und Kuchen, um ins Gespräch zu kommen, Sprachbarrieren zu überwinden und sich im eigenen Quartier nicht mehr fremd fühlen zu müssen“. Immer am ersten Donnerstag im Monat findet die Veranstaltung von 14 bis 16 Uhr statt.

Gertrud Schmidt hat aber auch noch ein anderes Projekt initiiert: Gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde hat sie einen „Mittagstisch in Gesellschaft“ ins Leben gerufen. „Ein Team von zwölf Ehrenamtlichen hatte sich schnell gefunden. Und die ansässigen Metzger beliefern den Mittagstisch“, sagte Smakaj.

1932 ging das ASV-Freibad in Betrieb

Auch die evangelische Kirche hat in Botnang so ein Angebot. „Pfarrer Karl Hardecker hat die Idee zusammen mit dem Kirchengemeinderat erarbeitet“, sagte die stellvertretende Bezirksvorsteherin. Zwei Damen, die zum damaligen Zeitpunkt seit 24 Jahren Mitglied im Kirchengemeinderat waren, haben dieses Projekt dann auf die Beine gestellt – für Senioren ab 65 Jahre. Der Mittagstisch findet von 12.30 bis 14 Uhr im Gemeindehaus Spitalwald statt.

Schon weitaus länger als die Mittagstische und Gesprächscafés gibt es in Botnang das Freibad des ASV. Erbaut wurde es in den Jahren 1929 bis 1932. Die beiden 15 und 11,5 Meter tiefen Brunnen sind damals per Hand ausgegraben worden – durch die beiden Marquardt Brüder Albert und Eugen. Sie schafften die Grundlage für ein Freibad, das am 29. Mai 1932 in Betrieb ging. Die ersten Renovierungsarbeiten fanden dann 1975 statt. Die zweite größere Sanierung folgte 2002. „Seit der Wiedereröffnung 2003 kümmert sich Hugo Burgemeister nicht nur um die Verwaltungstätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Badbetrieb stehen, sondern auch um die Technik“, sagte Smakaj. „Das Vorbereiten des Bades auf den Winter und die Inbetriebnahme im Sommer ist eine sehr große Aufgabe, die nur mit Hilfe von vielen Ehrenamtlichen zu meistern ist.“

Wie wichtig das Ehrenamt für die Gesellschaft ist, brachte am Freitagabend Nicholas Gernhardt-Winkler zum Ausdruck, der im Namen des Bezirksbeirats die Gäste begrüßte. Er bezeichnete das Ehrenamt als dritte Säule der Gesellschaft, die zwischen der „staatlich organisierten Sphäre und den rein privatwirtschaftlich orientierten Angeboten“ zu finden sei. Nur gemeinsam würden diese Säulen die freiheitliche Demokratie und die soziale Marktwirtschaft tragen. „Aber lebenswert und menschlich wird eine Gesellschaft erst durch die aktive Beteiligung möglichst vieler ihrer Mitglieder – nicht nur als Wahlvolk oder Steuerzahler, nicht nur als Arbeitskräfte und Konsumenten, sondern als aktive, selbstbewusste, mündige Bürgerinnen und Bürger, die mitgestalten“, sagte Gernhardt-Winkler. „Und lassen Sie sich nicht entmutigen. Auch nicht von den Bruddlern, die immer ein Haar in der Suppe finden und für die das Wiesle nicht kurz genug gemäht ist.“

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