EnBW-Aktien des Landes Hoffnung für die Hausfrau

Sein Kurs trägt Früchte: EnBW-Chef Frank Mastiaux Foto: dpa

Nach wie vor ist der EnBW-Deal von Stefan Mappus für das Land ein Verlustgeschäft. Doch inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass es das nicht dauerhaft bleiben muss, kommentiert StZ-Autor Andreas Müller.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Stuttgart - Wenn die EnBW-Kunden im kommenden Jahr höhere Strompreise bezahlen müssen, werden sie natürlich nicht begeistert sein. Doch sie könnten sich damit trösten, dass sie dem Land – und letztlich sich selbst als Steuerzahlern – indirekt etwas Gutes tun. Die gestiegenen Großhandelspreise sind nämlich laut der zuständigen Landesfirma ein Grund dafür, dass der von der Energiewende arg gebeutelte Konzern wieder deutlich besser dasteht. Und damit steigen auch die Chancen, dass der Rückkauf von knapp der Hälfte der Anteile durch den früheren Ministerpräsidenten Mappus irgendwann kein Verlustgeschäft mehr sein wird.

 

Die schwäbische Hausfrau werde begeistert sein – mit diesen Worten hatte Mappus seinen Geheimcoup einst angepriesen. Das Milliardengeschäft finanziere sich praktisch von selbst, weil die Zinsen der Darlehen locker mit der EnBW-Dividende bezahlt werden könnten. Sein Kalkül wurde durch Fukushima und den Atomausstieg schnell durchkreuzt, die Rechnung geht bis heute nicht auf. Doch nach Jahren, in denen die wirtschaftliche Bilanz des Deals ganz finster aussah, hellt sich das Bild nun allmählich auf.

Mastiaux hat viel richtig gemacht

Zwei Entwicklungen in der aktuellen Bilanz der Landesfirma Neckarpri, die das Aktienpaket hält, lassen hoffen. Der Wert der für rund fünf Milliarden Euro gekauften Anteile hat sich spürbar erholt: Nach einem Einbruch bis auf die Hälfte liegt er heute noch eine Milliarde Euro unter dem Einstandspreis. Und nach einem Jahr ganz ohne Dividende zahlt der Energiekonzern inzwischen wieder eine Ausschüttung, die in den nächsten Jahren noch steigen könnte. Zum Jubeln hat die schwäbische Hausfrau damit noch keinen Anlass, aber ihre Sorgenfalten verringern sich.

Zu verdanken ist das dem EnBW-Chef Frank Mastiaux, der bei der Neuausrichtung des Konzerns ziemlich viel richtig gemacht hat. Aber auch das Land hat seinen Anteil daran, weil es Mastiaux ermöglicht hat, seinen Umbaukurs ruhig und mit langem Atem zu verfolgen. Dadurch steht der Konzern heute besser da als andere, die hektische Strategiewechsel hinter sich haben. Das mag die Baden-Württemberger als Mitbesitzer der EnBW besänftigen, wenn 2019 die höhere Stromrechnung kommt.

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