EnBW-Personalsuche Der Jobmotor darf nicht ins Stottern geraten
Die Rekrutierung von Personal ist für die EnBW zum zentralen Thema geworden. Die Probleme bei der IT-Modernisierung wecken neue Zweifel an der zuständigen Vorständin.
Die Rekrutierung von Personal ist für die EnBW zum zentralen Thema geworden. Die Probleme bei der IT-Modernisierung wecken neue Zweifel an der zuständigen Vorständin.
Sein Unternehmen bezeichnet der EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos gerne als „Investitionsmaschine“. Damit spielt er auf die bis zu 50 Milliarden Euro an, die der Energiekonzern in den nächsten Jahren zu investieren plant. Mit der gleichen Berechtigung könnte der Vorstandsvorsitzende von der EnBW als einer „Jobmaschine“ sprechen. Während in anderen Branchen teils in erheblichem Umfang Stellen abgebaut werden, sucht der landeseigene Konzern Tausende von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – nicht nur, aber auch als Ersatz für die altersbedingten Abgänge.
Qualifizierte Beschäftigte zu halten und neue zu gewinnen, ist für die EnBW zu einer Schlüsselaufgabe geworden, von deren Erfolg auch das Gelingen der Energiewende abhängt. Entsprechend wichtig ist der früher zuweilen als nachrangig betrachtete Personalbereich geworden. Die zuständige Vorständin Colette Rückert-Hennen hatte zuletzt andere Aufgaben abgeben, um sich ganz darauf zu konzentrieren; teilweise wurde das als Entmachtung angesehen. Doch bei einem zentralen Großprojekt, der kompletten Erneuerung der IT-Infrastruktur für das Personalwesen, scheint es nicht rund zu laufen. Der Start der neuen Technik verzögert sich um ein Jahr auf Anfang 2026, weil man offenbar zu komplex geplant hat. Angesichts des Handlungsdrucks ist das keine gute Nachricht für die EnBW.
Rückert-Hennen hat als Personalvorständin durchaus Verdienste vorzuweisen, etwa bei der Förderung von Frauen oder von Diversität. Doch wenn es bei einem so wichtigen Vorhaben wie der IT-Modernisierung hakt, lässt das schon früher kursierende Zweifel an ihren Management-Qualitäten neu aufflammen. Immer wieder wird in der Belegschaft derzeit über einen vorzeitigen Abgang spekuliert – auch wenn ihre Amtszeit offiziell noch anderthalb Jahre dauert.
Egal, ob mit ihr oder ohne sie: Am Ende kommt es darauf an, dass die „Jobmaschine“ EnBW nicht ins Stottern gerät.