EnBW setzt auf Morgan Stanley Mappus’ Bank ist wieder im Spiel
Beim EnBW-Deal 2010 spielte Morgan Stanley eine unrühmliche Rolle. Doch jetzt ist die Investmentbank wieder im Südwesten aktiv: Sie begleitet für EnBW den Transnet-Verkauf.
Beim EnBW-Deal 2010 spielte Morgan Stanley eine unrühmliche Rolle. Doch jetzt ist die Investmentbank wieder im Südwesten aktiv: Sie begleitet für EnBW den Transnet-Verkauf.
Der Vergleich wird gerade öfter bemüht, hinkt aber erheblich. Mit dem EnBW-Deal von Stefan Mappus hat der Teilverkauf des Netzbetreibers Transnet-BW nur gemein, dass es um den Energiekonzern und ein Milliardengeschäft geht. Damals, 2010, kaufte der CDU-Regent die Hälfte der EnBW-Aktien in einem verfassungswidrigen Alleingang aus Frankreich zurück. Heute offeriert das Unternehmen in einem geordneten Verfahren einen Teil seines Stromnetzes, um Kapital für die Energiewende zu erhalten.
Doch es gibt eine pikante, bisher unbekannte Parallele. Die begleitende Investmentbank ist in beiden Fällen dieselbe: Morgan Stanley. Dabei war der Ruf des US-Instituts im Land nach Mappus‘ Geheimcoup nachhaltig lädiert. Sein Parteifreund Dirk Notheis fungierte dort damals als Deutschlandchef. Er galt vielen als der eigentliche Drahtzieher des Deals, der gezielt am Landtag vorbei eingefädelt wurde. In schiefem Licht erschien seine Rolle nicht nur wegen Zweifeln am Vorgehen, sondern besonders wegen der damals publik werdenden, schnoddrigen Mailkorrespondenz. Darin gab Notheis seinem Duzkumpel detaillierte Regieanweisungen und lästerte über „Mutti“ Merkel, die Mappus „mit seinen Truppen töten“ könne. Für den Tonfall entschuldigte er sich später, die Bank verließ er bald darauf. Doch in der Landesgeschichte bleibt der Name Morgan Stanley eng mit dem Skandal um den EnBW-Deal verbunden.
Für die EnBW war das indes kein Grund, nicht erneut auf die US-Banker zu setzen. Man könne die Mandatierung bestätigen, so ein Konzernsprecher, aber nichts Näheres sagen. Generell vergebe man solche Aufträge „verantwortungsvoll und mit großer Sorgfalt“. Auswahlkriterien seien „Kompetenz, Erfahrungen und Investorenzugang“ – und, klar, die kommerziellen Konditionen.