Ende der Kult-Discothek Rockfabrik Jetzt streiten die Rofa-Leute untereinander

Legt künftig im Waldhaus auf: Rofa-DJ Eddy Freiberger. Foto: /factum /Jürgen Bach 20 Bilder
Legt künftig im Waldhaus auf: Rofa-DJ Eddy Freiberger. Foto: /factum /Jürgen Bach

In Ludwigsburg geht es für die Rockfabrik nicht weiter. Deshalb haben mehrere DJs und ein Chef neue Jobs angenommen – das finden nicht alle gut. Es gibt allerdings auch versöhnliche Töne.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Ludwigsburg - Es klingt nach einer schönen Neuigkeit für alle Rockfans in Ludwigsburg und Umgebung: Mehrere Discjockeys aus der Rockfabrik und aus anderen Clubs werden von Januar an regelmäßig im Ludwigsburger Waldhaus Platten auflegen. „Wir können also weiterhin gemeinsam abrocken“, heißt es in dem Facebook-Post, mit dem die nach eigener Aussage „fünf angesagtesten Szene-DJs der Stadt“ ihr neues Engagement in dem „extrem coolen Club“ publik gemacht haben. Doch in der Rofa, die noch immer ums Überleben kämpft, hat der Wechsel der Discjockeys zur Konkurrenz offenbar reichlich Wirbel provoziert.

„Das hätte man mit uns absprechen können“

Das Waldhaus ist ein Tanzclub mit Cocktailbar, Café und Biergarten an der Markungsgrenze zu Asperg. Verpflichtet wurden unter anderem der Rofa-DJ Eddy Freiberger, der dort von Januar an regelmäßig Rockmusik spielen wird, oder Jolly von Hayde, ebenfalls bekannt aus der Rofa. Man wolle in Ludwigsburg „den Rock’n’Roll in seinen ganzen Facetten am Leben erhalten“, heißt es dazu auf Facebook. Die Rockfans wird es freuen, aber dem Rockfabrik-Geschäftsführer Johannes Rossbacher stößt übel auf, dass die DJs für ihre neue Tätigkeit offensiv mit dem Rofa-Label werben. „Es ist ja in Ordnung, dass die Leute weiter arbeiten wollen“, sagt er. Aber dass sie aus der Situation „Kapital schlagen“ und für das Waldhaus trommeln, obwohl die Rofa noch bis Ende des Jahres offen ist, halte er für makaber. „Das hätte man mit uns absprechen können.“

Aus unserem Plus-Angebot: Zieht die Rockfabrik nach Bietigheim?

Der Ärger speist sich wohl auch daraus, dass die Rofa noch immer hofft, eine neue Heimat zu finden. Am jetzigen Standort in der Ludwigsburger Weststadt ist zwar Ende des Jahres Schluss, weil der Vermieter des Gebäudes den Vertrag nicht mehr verlängert. Aber die Rofa-Chefs suchen intensiv nach einem neuen Standort für die legendäre Disco. In dieser Woche werden sie sich deswegen eine leer stehende Halle in Bietigheim anschauen. „Wir wollen weiter machen“, sagt Rossbacher.

„Hasche“ managt künftig einen Club in Thailand

Auch eine andere Rofa-Größe hat nun offiziell ihren Abschied erklärt. Mit einem emotionalen Facebook-Post verkündete Wolfgang „Hasche“ Hagemann, dass er nach 33 Jahren aufhört. In Thailand übernimmt Hagemann von Februar an das Management der Rock Factory, einem Live-Club, den ein Freund derzeit aufbaut. Dass es in Ludwigsburg nicht weitergehe, habe ihm die Entscheidung erleichtert, sagt der Rofa-Geschäftsführer. Er habe ohnehin vorgehabt auszuwandern, „spätestens in fünf Jahren, wenn ich in Rente gegangen wäre“. Den 58-Jährigen zieht es auch der Liebe wegen ins Touristenparadies Pattaya, seine Freundin ist Thailänderin.

Lesen Sie hier: Alles muss raus – Rockfabrik verkauft ihr Interieur

In seinem Facebook-Post hat sich Hagemann im übrigen nur bei einer Person explizit bedankt: bei Johannes Rossbacher. „Du warst viel mehr als nur ein Boss! Du warst mein Lehrer, Mentor und teilweise Vaterfigur.“ Zumindest die beiden Rofa-Chefs scheinen im Frieden auseinander zu gehen.




Unsere Empfehlung für Sie