Ende des Böblinger Einkaufszentrums Citycenter endgültig verrammelt

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Der letzte Mieter ist aus dem Einkaufszentrum ausgezogen, es soll im Sommer abgerissen werden. Bis in vier Jahren soll an der Stelle ein Neubau stehen. Auf der Wolfgang-Brumme-Allee wird es zu Sperrungen kommen.

Alles leer: Im ehemaligen Einkaufszentrum sind die Türen endgültig geschlossen worden. Foto: factum/Jürgen Bach
Alles leer: Im ehemaligen Einkaufszentrum sind die Türen endgültig geschlossen worden. Foto: factum/Jürgen Bach

Böblingen - Die Böblinger Baugesellschaft würde ihr neues Eigentum am liebsten sofort abreißen: Das Citycenter gilt als baufällig. „Früher als gedacht“ ist das ehemalige Einkaufszentrum an der Wolfgang-Brumme-Allee nun in den Besitz des städtischen Tochterunternehmens übergegangen. Ende Januar zog mit der Spielhalle der letzte verbliebene Mieter aus. In dem vor zweieinhalb Jahren geschlossenen Kaufvertrag mit dem niederländischen Fonds war eine Räumung des Gebäudes bis zum Sommer 2020 vereinbart worden als Bedingung für die Eigentumsübertragung. Am vergangenen Freitag überwies die Böblinger Baugesellschaft nun die letzte Rate des Kaufpreises.

Tiefgarage muss abstützt werden

Das Citycenter ist seither verrammelt. „Wir wollen die Verkehrssicherheit gewährleisten und keine Haftungsrisiken eingehen“, erklärt Rainer Ganske, der Geschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft (BBG). Im Untergeschoss der Tiefgarage mussten schon vor längerer Zeit Metallstützen aufgestellt werden, um einen Einsturz zu verhindern. Der Abbruch des Citycenters ist bereits beantragt. Zuvor müssen aber Naturschutzgutachten angefertigt werden, ob sich beispielsweise Fledermäuse oder Vögel in dem Gebäude angesiedelt haben. Wenn es zu keinen Verzögerungen kommt, könnten im Juni die Bagger anrollen.

Der Auftrag für den Abriß ist ebenfalls schon vergeben worden. Er wird sich laut Rainer Ganske über mehrere Monate hinziehen. „Es wird eine sehr komplexe Angelegenheit“, sagt er. Da es sich bei dem Grundstück um Sumpfland handele, müsse darauf geachtet werden, dass die Nachbargebäude nicht beschädigt werden. So bald das Citycenter abgeräumt ist, soll es mit den Bauarbeiten weitergehen: Statt eines einzigen Klotzes werden an der Stelle zwei Gebäude mit 90 Wohnungen, Büros und Einzelhandelsflächen entstehen. Eine kleine Fußgängerzone zwischen den den beiden Baukörpern schafft Durchlässigkeit in dem Bereich. Der Entwurf dafür wurde über einen Architektenwettbewerb ermittelt. Fast 100 Millionen Euro gibt die BBG dafür aus, nach der Fertigstellung soll das Ensemble an einen institutionellen Investor wie eine Bank oder eine Versicherung verkauft werden.

Neuer Name für das Citycenter gesucht

Rainer Ganske rechnet mit einer Fertigstellung des Projekts in vier Jahren. Nicht nur der Abbruch ist kompliziert, auch der Bau. Die Tiefgarage geht über drei Stockwerke in die Tiefe. „Eine solche Baugrube zu graben, dauert eine Weile“; erklärt er. Außerdem müssen zur Gründung Pfählen in den sumpfigen Boden gerammt werden, bevor überhaupt mit dem Bau begonnen werden kann.

„Im Moment suchen wir nach einem neuen Namen für das Citycenter“, berichtet der Geschäftsführer, um bewusst zu zeigen, dass es sich um ein neues Projekt handelt. Auf dem Dach der Tankstelle an der Wolfgang-Brumme-Allee will die BBG ein Informationszentrum einrichten, in dem sich die Bevölkerung über den Baufortschritt informieren kann. Die Autofahrer werden auch etwas davon mitbekommen: Die Wolfgang-Brumme-Allee muss während der gesamten Bauzeit über die nächsten vier Jahre teilweise gesperrt werden. Aus dem Grund wird sich im gegenüberliegenden Kauf-Centrum bis 2024 nichts tun. Der Baugesellschaft gehören zwar mittlerweile 95 Prozent des ebenfalls sehr in die Jahre gekommenen Gebäudes, die restlichen fünf Prozent hofft Rainer Ganske bis zum Jahresende übernehmen zu können. „Aber wir werden erst rangehen, wenn das Citycenter fertig ist“, versichert er.




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