Ende einer Ära Nach 45 Jahren: Marbacher Blumenladen schließt für immer

Seit 1981 betrieben Martin und Silvia Schmid gemeinsam in Marbach einen Blumenladen. Foto: Werner Kuhnle

Die frühere „Blumenecke“, heute „Werkstatt für Florales“, in der Marbacher Grabenstraße ist bald Geschichte. Ende April hören Silvia und Martin Schmid altersbedingt auf.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Aus gelben Rosen, gelben Ranunkeln und Margeriten entsteht in den Händen von Silvia Schmid gerade Tischschmuck für eine Trauung. Es ist vermutlich die letzte Hochzeits-Deko, die da in der „Werkstatt für Florales“ in der Marbacher Grabenstraße gerade entsteht. Nach fast 45 Jahren Floristik nehmen Silvia und Martin Schmid endgültig Abschied von ihren Kunden.

 

Dass ihnen das nicht leichtfällt, ist nach so langer Zeit nachvollziehbar. Die Kunden sind den Schmids ans Herz gewachsen. „Der Kontakt war sehr eng, wir kennen so viele schon so lange“, sagt Martin Schmid. Silvia Schmid erinnert sich an Hochzeiten, die sie floral begleitete – vor vielen Jahren die Eltern, später dann deren Kinder.

Erster Laden in der Strohgasse

Der Räumungsverkauf läuft bis Ende April. Foto: Werner Kuhnle

Im August 1981 haben Silvia und Martin Schmid ihren Blumenladen in der Strohgasse 11 eröffnet. „Damals waren wir noch nicht verheiratet, heute sind wir es nicht mehr“, sagen sie lachend. Tatsächlich haben sich die heute 64-jährige Floristin und der 70-jährige Floristmeister damals über ihren Beruf kennengelernt. Später folgte die private Trennung, das Geschäft führten sie aber gemeinsam weiter, jeder in seinem Aufgabenbereich.

Peu à peu haben sie ihren Blumenladen aufgebaut, haben ihre Nischen gesucht, sie gefunden und 1987 in dem neuen Park- und Geschäftshaus an der Grabenstraße ihren neuen Laden gekauft. Bis 2018 existierte hier die „Blumenecke“, dann wurde das Geschäft verkauft, weil kein Nachfolger gefunden wurde und die Kosten immer höher wurden.

Seither bespielen die Schmids die überdachte Freifläche vor dem ehemaligen Laden an drei Tagen pro Woche mit ihrer „Werkstatt für Florales“. Sie ist Ausstellungsfläche für all die schönen Dinge – vom Übertopf über Geschenkartikel bis hin zu Gläsern und Floristikbedarf. Aber es gab und gibt natürlich auch saisonale Pflanzen und frisch aufgebundene Blumensträuße.

Schon früh – also noch zu Zeiten der „Blumenecke“ – wurde klar, dass die großen Einkaufs- und Baumärkte mit ihrem Angebot ein generelles Problem für die kleinen Blumenläden darstellen. „Es ging bergab mit der Branche“, erinnert sich Martin Schmid. Er begann daher, sich zusätzlich in der Grabpflege zu engagieren. Inzwischen bearbeitet er 380 Gräber im ganzen Umkreis.

Noch. Auch diesen Geschäftszweig will er zum Monatsende übergeben. Stundenweise wird er noch bei seinem Nachfolger mithelfen, sich dann aber langsam wirklich in den Ruhestand verabschieden. Dann soll Zeit sein für seine Kunstprojekte und auch das Radfahren. Silvia Schmid möchte erst einmal den Fischerpfad in Portugal entlangwandern. Und auch für die Zeit danach hat sie schon Ideen.

Abschiedsfeier und Abendflohmarkt

Jetzt geht es aber erst einmal in den Endspurt mit der „Werkstatt für Florales“. Bis zum 30. April ist noch geöffnet. Am Donnerstag, 23. April, wird es zudem eine kleine Abschiedsfeier mit einem Abendflohmarkt von 17 bis 21 Uhr geben, bei dem ein letztes Mal mit den Kunden angestoßen werden kann.

Das Blumengeschäft, aber vor allem der Kontakt zu den Kunden: „Das wird uns beiden fehlen“, sagt Martin Schmid. „Aber alles hat seine Zeit. Wir blicken dankbar auf die Zeit zurück.“

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