Erneuerbare Energien Die stärkere Nutzung der Dächer für Photovoltaik (PV) ist eines der dominierenden Themen in den Städten und Gemeinden. Die meisten Kommunen haben bereits vor Jahren mit dem Bau von PV-Anlagen auf ihren eigenen Gebäuden begonnen. In Deizisau gibt es derzeit Pläne, das Potenzial auf kommunalen Liegenschaften zu berechnen. In Hochdorf sind laut dem Bürgermeister Gerhard Kuttler große Dachflächen auf der Schule, dem Kindergarten, der Breitwiesenhalle und der Feuerwehr für die Photovoltaik-Nutzung gesetzt. Das Dach des Rathauses komme dagegen aus Gründen des Denkmalschutzes für Solarpanels nicht in Betracht. In den Freibädern in Deizisau und Denkendorf wird die Sonnenenergie indes genutzt, um das Wasser zu heizen. In Aichwald findet am Donnerstag, 27. Oktober, ein Solartag statt, bei dem Fragen der Bevölkerung zu den Themen Photovoltaik und Solarthermie beantwortet werden.
Energiesparen Weniger Strom und Gas zu verbrauchen, ist ein heikles Thema in allen Gemeinden, weil es grundsätzlich mit Einbußen im persönlichen Komfort einhergeht. Ein Beispiel ist Neuhausen. Dort wurde in den Sportstätten das Warmwasser bereits abgestellt. „Wir müssen einer drohenden Gasmangellage jetzt schon mit Maßnahmen begegnen, die helfen, die Gasspeicher zu befüllen“, sagt der Bürgermeister Ingo Hacker. In Esslingen wurde die Raumtemperatur im Rathaus auf 19 Grad und in den Sporthallen sogar auf 17 Grad abgesenkt – wie fast überall im Landkreis. Im Hallenbad in Ostfildern wurde der Warmbadetag abgeschafft.
Für Ralf Barth, den Bürgermeister von Denkendorf, sind es die kleinen, aber sichtbaren Projekte, die einen großen Unterschied machen. Wie etwa die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik. Einige Ortschaften gingen diesen Weg bereits. Auch in Deizisau und Altbach gibt es bereits einige Straßen mit stromsparender Beleuchtung und den Plan, die Vorteile einer vollständigen Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED zu berechnen. Einig sind sich die Kommunen, dass Energiesparen eine Aufgabe ist, zu der alle einen Beitrag leisten müssen. Wernaus Bürgermeister Armin Elbl: „Jeder und jede von uns ist zuständig und wir sparen Energie, indem wir alle die Komfortzone ein Stück weit verlassen.“
Kommunale Zusammenarbeit Der Plochinger Bürgermeister Frank Buß betont, dass eine einheitliche Linie der Gemeinden notwendig sei, um sinnvolle Maßnahmen im Falle einer Gasknappheit durchsetzen zu können. „Es bedarf aber kluger Entscheidungen, keines Aktionismus. Denn es wäre niemandem zu erklären, warum in einem Ort andere Regeln gelten sollten als in der Nachbarkommune.“
Beratung und Monitoring Neben der Frage, was getan werden muss, steht immer die Frage, wie es sich am besten umsetzen lässt. Daher setzen viele Kommunen, wie Köngen, auf Energieberater. In Aichwald wird derzeit überlegt, einen Klimaschutzmanager einzustellen. Einen anderen Ansatz hat Hochdorf. Dort hat man sich bereits gegen einen kommunalen Energieberater entschieden und holt sich stattdessen projektbezogene Expertise von außen. Ein Steuerungskreis sichtet in Plochingen Verbesserungsvorschläge und prüft deren Umsetzbarkeit. Um Energiefressern auf die Spur zu kommen, wird fast überall ein Monitoring betrieben, also die Beobachtung und Prüfung, wo wie viel Energie verbraucht wird. Dies geschieht beispielsweise in Baltmannsweiler sowie in Denkendorf schon seit den 2000er-Jahren.
Mobilität „Das Thema Mobilitätswende ist unverzichtbar, wenn wir unseren Teil zur Klimawende beitragen wollen“, sagt der Esslinger Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Bis zum Jahr 2024 soll der Busverkehr in Esslingen komplett klimaneutral sein. Damit dürfte die Stadt eine der ersten Kommunen in Deutschland sein, der das gelänge.
Einen ähnlichen Kurs fährt auch Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner. Eine gute Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger ist für ihn das wichtigste Klimaprojekt seiner Gemeinde. Ruppaner setzt außerdem auch auf eine Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks sowie auf E-Bikes für Verwaltungsmitarbeiter. Auch der Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur sei wichtig.
Auch in der Verbesserung des Nahverkehrs sehen die meisten Orte Potenzial. Neuhausens Bürgermeister Hacker sieht im Bau der S-Bahn einen großen Schritt: „Es ist viel bewegt, wenn die Einwohner umsteigen.“ Baubeginn ist 2023.
Drittgrößer Kreis in Baden-Württemberg
Landkreis
In den 44 Städten und Gemeinden des Landkreises Esslingen leben mehr als 530 000 Menschen. Es ist der drittgrößte Kreis des Landes Baden-Württemberg und der siebtgrößte der Bundesrepublik.
Baden-Württemberg
Mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes hat sich das Land das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Referenzjahr 1990 um mindestens 65 Prozent zu reduzieren.