Die Gemeinde beantragt Fördermittel, um künftig ihren Energie- und Wasserverbrauch besser überwachen und steuern zu können.
Energiesparen ist derzeit wichtiger denn je, angesichts knapper Rohstoffe gehen die Preise durch die Decke. Das trifft die Kommunen mit ihren Schulen, Kitas, Hallen und Rathäusern genauso wie private Verbraucher. Die Gemeinde Wimsheim will nun einen weiteren Schritt in Richtung Energieeffizienz gehen. Die knapp 3000 Einwohner zählende Gemeinde im Heckengäu ist bereits seit 2015 Kooperationspartner im Energieeffizienz-Netzwerk, das mehrere Gemeinden zusammen mit dem Enzkreis gegründet haben und in dessen Rahmen ein grundlegendes kommunales Energiemanagement (KEM) eingeführt wurde. Dabei wird im Wesentlichen der Verbrauch von Energie und Wasser erfasst und kontrolliert. „Nun möchten wir das auf ein anderes Level heben“, sagte der Bürgermeister Mario Weisbrich jetzt im Gemeinderat. Dabei setzt die Gemeinde zunächst auf mögliche Fördermittel für ihre Pläne für ein systematisches Energiemanagement, zum anderen auf die Unterstützung der EnBW.
Jährlich rund 300 000 Euro Betriebskosten für die Kommune
Bisher muss die Kommune rund 300 000 Euro jährlich an Betriebskosten für ihre Liegenschaften zahlen. In Zukunft wird das wohl deutlich mehr sein. Vor allem Strom, Gas, Öl und Wasser fallen dabei ins Gewicht. Nun sollen die Verbräuche mithilfe einer neuen Messtechnik nicht nur kontrolliert, sondern durch energieeffizienten Betrieb möglichst gesenkt werden. „Wenn wir durch eine kontinuierliche Überwachung auch nur ein Prozent einsparen, haben sich die Kosten für das dafür nötige Programm schon bezahlt gemacht“, so Mario Weisbrich mit Blick auf ein Angebot der EnBW für ein systematisches Energiemanagement.
Dazu gehört eine Messtechnik an den Verbrauchsstellen von Energie und Wasser sowie eine Software, die die gemessenen Daten auswertet. „Wir wollen damit den Einsatz von Energie nicht nur überwachen, sondern auch besser steuern können, etwa durch Nachtabsenkung der Heizung oder Kontrolle der Temperaturen“, erklärte der Bürgermeister. Mit der neuen Messtechnik soll es beispielsweise nicht mehr vorkommen, dass der Ausfall der Heizung im Kindergarten erst am Montagmorgen festgestellt wird, als die Einrichtung nur noch 15 Grad Raumtemperatur hatte „und die Eltern ihre Kinder wieder mit nach Hause nahmen“, erzählt Weisbrich. In einem anderen Fall verursachte eine unbemerkt leckgeschlagene Leitung einen größeren Wasserschaden, erinnerte sich der Bürgermeister.
Chance auf Fördermittel
Das Klimaschutzgesetz des Landes verpflichtet die Kommunen, Verbrauchsdaten in einem Energiebericht anzugeben. „Irgendwann müssen wir sowieso mit der Erweiterung unseres bestehenden Energiemanagements beginnen. Wenn wir jetzt einsteigen, dann haben wir noch die Chance, Fördermittel zu bekommen“, so Weisbrich. Für den Projektraum von drei Jahren werden 20 Beratertage gefördert, die nötige Messtechnik bis zu 50 000 Euro und die dazugehörende Software bis zu 20 000 Euro.