Das vom Land Baden-Württemberg unterstützte Förderprogramm der L-Bank für energetische Maßnahmen in den Bereichen Bauen, Sanieren und Mittelstand hat in nur zwei Jahren Investitionen in Höhe von acht Milliarden Euro ausgelöst.

Stuttgart - Von einer Erfolgsgeschichte spricht der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller(Grüne). Die Förderprogramme der landeseigenen L-Bank verhelfen seit April 2102 privaten Hausbesitzern und kleinen und mittelständischen Unternehmen zu zinsverbilligten Krediten für Energiesparmaßnahmen. Der Umweltminister steuert aus seinem Etat jährlich fünf bis sechs Millionen Euro für eine weitere Zinsreduzierung bei. Aktuell liegen die Zinsen für Kredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren für energetische Sanierungen bei 0,75 Prozent, für Neubauten bei 1,2 Prozent.

 

Mit diesem Förderprogramm will der Minister den „schlafenden Riesen“ der Energiewende wecken. Das größte Potenzial liege in in älteren Gebäuden und in Unternehmen. Ohne Energieeinsparung werde die Energiewende nicht gelingen, davon zeigte sich Untersteller „zutiefst überzeugt“. 40 Prozent der Energie werde in Gebäuden verbraucht, von denen 70 Prozent gebaut worden seien, bevor es erste Vorschriften zum Wärmeschutz und Energieeinsparung (1977) gab.

Kredite lösen Investitionen von acht Milliarden Euro aus

Bei der Vorstellung der Zwischenbilanz wies der Minister darauf hin, dass in zwei Jahren rund 35 000 zinsvergünstigte Kredite mit einem Gesamtvolumen von knapp drei Milliarden Euro vergeben wurden. Damit seien rund 3000 Wohngebäude energetisch saniert worden. Bei den Einzelmaßnahmen lägen Wärmedämmung und neue Heizanlagen vorne, die Unternehmen hätten insbesondere in energiesparende Maschinen investiert. Die Kredite hätten Investitionen von rund acht Milliarden Euro ausgelöst, erklärte der Vorsitzende des L-Bank-Vorstands, Christian Brand. Auch er zeigte sich hoch erfreut über die „unglaubliche Resonanz“. Davon profitiere das Handwerk, aber auch die Umwelt. Rund 200 000 Tonnen CO2 würden damit künftig jährlich eingespart.

Brand verwies auf einen weiteren Effekt durch die Zinsverbilligung für Energieeffizienzkredite: Dadurch seien im Südwesten die Konditionen für das vom Bund über die KfW Bankengruppe bereit gestellte Geld deutlich besser. Das hat Folgen: Ein Drittel aller KfW-Mittel für Energieeffizienz beim Mittelstand fließe nach Baden-Württemberg, bei privaten Sanierungen seien es immerhin 20 bis 25 Prozent, erläuterte der Vorsitzende der L-Bank.

Untersteller plant Energieberatung für Unternehmen

Die Förderprogramme sollen evaluiert und fortgeführt werden, erklärten Untersteller und Brand. Ansetzen will der Umweltminister bei den Unternehmen. Obwohl die permanent über steigende Energiekosten klagten, hätten laut einer Studie 80 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen noch keine Energieberatung zurate gezogen. Mithilfe von Mitteln aus dem europäischen Regionalfonds soll im Südwesten dafür nun ein Netzwerk etabliert werden – unter Beteiligung der 34 Energieagenturen und der Beratungsstellen bei den Industrie- und Handelskammern, kündigte Untersteller an.