Energietechnik Wie Kraftwerke das Meer nutzen

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Funktionsprinzip
Meeresenergiekraftwerke nutzen Wellenbewegungen, Gezeitenströmungen oder den Tidenhub – die Schwankung des Meeresspiegels durch Ebbe und Flut an der Küste.

Wellenkraftwerk
Das erste kommerzielle Wellenkraftwerk ging im Sommer 2011 an der baskischen Küste bei Mutriku in Betrieb. Die Technik stammt von Voith Hydro, einem Gemeinschaftsunternehmen von Voith, Heidenheim, und Siemens. Das Prinzip: Wellen pressen an der Küste in einer Kammer Luft nach oben und ziehen sie wieder zurück. Dies treibt einen Windgenerator an.

Wave Dragon
Unter dem Namen Wave Dragon werden Wellen über eine Rampe in ein Reservoir geleitet, aus dem das Wasser über eine Turbine wieder abfließt.

Gezeitenströmung
Eine Turbine wird am Meeresboden dort befestigt, wo beim Wechsel der Gezeiten die Strömungen besonders stark sind. Sogenannte Wells-Turbinen laufen immer in der gleichen Richtung – egal, aus welcher Richtung das Wasser strömt. Voith Hydro berichtet von einer Anlage mit 100 Megawatt, die vor Südkorea in Bau ist.

Gezeitenhub
An der Mündung der Rance, Bretagne, beträgt der Tidenhub mehr als acht Meter. Hier arbeitet seit 1967 das älteste Gezeitenhubkraftwerk der Welt. Ein Wehr kann das bei Flut einlaufende Wasser zurückhalten, die Turbinen arbeiten aber in beiden Strömungsrichtungen.