Gute Nachrichten für Verbraucher: Die Stadtwerke Esslingen und Nürtingen sowie die EnBW senken ihre Tarife zum 1. Januar 2026. So profitieren die Haushalte.

Zum neuen Jahr werden zahlreiche regionale Energieversorger die Preise für Strom und Gas senken. Rund 4,8 Millionen Haushalte in Deutschland profitieren davon, teilt das Vergleichsportal Verivox mit. Auch im Kreis Esslingen können die Verbraucher teils deutliche Entlastungen bei den Energiekosten einplanen.

 

Gute Nachrichten kommen zum Beispiel von den Stadtwerken Esslingen (SWE), die zum 1. Januar 2026 die Preise für die Erdgas-Grundversorgung senken: „Dank langfristiger Planung und vorausschauendem Energieeinkauf können die SWE die Entwicklung der Netzentgelte sowie der staatlichen und regulatorischen Preisbestandteile ausgleichen“, teilt der kommunale Energieversorger mit. Positiv für die Kunden wirke sich auch die Abschaffung der Gasspeicherumlage aus.

Gasspeicherumlage fällt weg: Entlastung für Verbraucher ab 2026

Die Gasspeicherumlage – 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine eingeführt, um die Kosten für das Befüllen von Gasspeichern in Deutschland zu decken – spielte in den letzten Jahren eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Erdgasversorgung. Bundestag und Bundesrat haben jüngst jedoch beschlossen, diese Umlage ab dem 1. Januar 2026 abzuschaffen und so Verbraucher und Industrie finanziell zu entlasten. Die Umlage machte bislang bei Privatkunden rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus.

Viele Privathaushalte müssen für die Gasversorgung im nächsten Jahr weniger bezahlen. Foto: dpa/Marijan Murat

Für die Kunden der Stadtwerke Esslingen heißt das konkret: Der Grundpreis für den Bezug von Erdgas in der Grund- und Ersatzversorgung bleibt zwar unverändert, der Arbeitspreis reduziert sich jedoch. Bei einem Jahresverbrauch von bis zu 1000 Kilowattstunden sind künftig 15,12 Cent pro Kilowattstunde fällig statt bislang 15,47 Cent, bei bis zu 10 000 Kilowattstunden im Jahr sind es 11,96 Cent pro Kilowattstunde statt 12,30 Cent. Ein noch höherer Jahresverbrauch schlägt mit 10,53 Cent pro Kilowattstunde statt derzeit 10,88 Cent zu Buche. Das mag nach wenig klingen, summiert sich aber: Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 15 000 Kilowattstunden kann sich die Ersparnis auf mehr als 100 Euro belaufen.

Preis für Ökostrom bei SWE-Tochterfirma liegt unter dem Grundversorgungstarif

Beim Strom sind die SWE zwar nicht Grundversorger, dennoch profitieren die Kunden der grünES GmbH, einem Unternehmen der Stadtwerke Esslingen, von sinkenden Netzentgelten und dem preisgünstigen Einkauf von Ökostrom, heißt es in der Mitteilung der SWE. Der Arbeitspreis wird um 2,55 Cent pro Kilowattstunde gesenkt, der Grundpreis fällt um 23,53 Euro im nächsten Jahr. Ein typischer Zwei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2500 Kilowattstunden pro Jahr spart damit laut den SWE im Vergleich zum Grundversorgungstarif rund 81 Euro pro Jahr. „Mit der erneuten Preissenkung lohnt sich der Wechsel zu grünES-Ökostrom jetzt noch mehr“, betont Geschäftsführer Udo Hoffmann.

Auch die Stadtwerke Nürtingen passen „aufgrund aktueller Entwicklungen auf den Energie- und Beschaffungsmärkten“ den Strompreis in der Grund- und Ersatzversorgung zum Jahreswechsel an. Der Arbeitspreis reduziert sich um 0,8 Cent pro Kilowattstunde, während sich der Grundpreis durch gestiegene „kalkulatorische Kosten“ um 7,14 Euro erhöht. „Für die meisten Haushalte mit Eintarifzählern ergibt sich durch die Kombination aus sinkendem Verbrauchspreis und steigendem Grundpreis eine Entlastung“, teilt das Unternehmen mit. Bei einem Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden seien das im nächsten Jahr 16,86 Euro weniger.

Die EnBW blickt optimistisch auf die Veränderungen im Energiemarkt

Die EnBW, die in weiten Teilen des Kreises Esslingen als Grundversorger fungiert, zieht ebenfalls mit: Die Preise für Haushaltsstrom, Wärmestrom und bei Gas werden um bis zu 14 Prozent gesenkt, kündigt der Karlsruher Konzern an. „In Zeiten flächendeckend steigender Lebenshaltungskosten ist diese deutliche Entlastung eine gute Nachricht für alle Kunden“, ist EnBW-Vertriebsvorstand Dirk Güsewell überzeugt.

Für einen Haushalt mit zwei bis drei Personen und einem Jahresverbrauch von 2900 Kilowattstunden fällt nach Angaben der EnBW der Strompreis im nächsten Jahr um rund 168 Euro geringer aus. Bei Wärmestromkunden kann die Entlastung je nach Heizungsart und Verbrauch zwischen 106 und 235 Euro betragen. Günstiger wird es im kommenden Jahr auch für Gaskunden: Die Kosten für einen Haushalt mit einer Wohnfläche von 150 bis 180 Quadratmetern und einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden sinken um 424 Euro.

Die EnBW blickt optimistisch auf die kommenden Veränderungen im Energiemarkt. Güsewell räumt jedoch ein: „Große Teile des Strompreises, den die Verbraucher bezahlen, können wir als Energieunternehmen nicht beeinflussen. Fast 60 Prozent dieser Kosten werden durch regulatorische Vorgaben festgelegt.“ Der Vertriebsvorstand versichert: „Wir arbeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv daran, die Energiekosten langfristig stabil und bezahlbar zu halten.“