Um bis 2040 klimaneutral zu werden, muss sich in der Stadt Wendlingen noch einiges tun. Das beginnt schon bei der Erfassung des Verbrauchs.

Gemäß der Vorgabe des Landes will die Stadt Wendlingen bis 2040 klimaneutral werden. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, gibt es den jährlichen Energiebericht der städtischen Liegenschaften. Allerdings sind die Zahlen ernüchternd, obwohl einiges in neue Technik investiert wurde: „In Sachen Wärme- und Stromverbrauch hat sich nicht viel bewegt“, sagte Wendlingens Klimaschutzmanager Harald Grabner in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause.

 

Ein weiteres Problem ist, dass die Erfassung der Verbräuche aktuell über die Rechnungen der Versorger manuell in eine spezielle Software eingepflegt wird. Wie bei jeder händischen Erfassung birgt diese Praxis das Risiko von Fehleingaben, die dann mühsam ausgebügelt werden müssen. Zudem summiert sich bei durchschnittlich vier Zählern der 52 Liegenschaften der Stadt – etwa für Strom Wasser, Gas oder Wärme – schnell auf über 200 zu erfassende Zählerstände. Das bindet neben dem Risiko der Fehleingabe auch wertvolle Ressourcen, die anderweitig eingesetzt werden könnten. Um die Datenerfassung in der Zukunft schneller und zuverlässiger zu machen, arbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Konzept aus: Dabei sollen die Zählerstände automatisiert erfasst werden und direkt an die Software übertragen werden.

Stromverbrauch wird künftig täglich erfasst

Zumindest beim Strom- und Wärmeverbrauch soll die Ablesung täglich erfolgen und gleich ausgewertet werden. Läuft etwas schief, kann so gleich Alarm gegeben werden. „Mit einer automatisierten Zählerstanderfassung lassen sich Fehler künftig besser vermeiden“, ist Grabner überzeugt. Das neue Konzept, das bis Ende 2028 vollständig umgesetzt werden soll, sei die Grundlage eines proaktiven Energiemanagements, ohne das die Reduzierung des Energieverbrauchs der städtischen Liegenschaften nicht möglich sei, betonte der Klimaschutzmanager.

Daneben gelte es weiter auf die energetische Sanierung städtischer Gebäude zu setzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben: „Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Photovoltaik-Anlagen. Wenn möglich, wollen wir alle städtischen Liegenschaften mit PV belegen“, kündigte Grabner an. Derzeit sind acht PV-Anlagen auf städtischen Liegenschaften installiert, von denen gehören fünf der Stadt. Im Rahmen von Sanierungsfahrplänen sollen nun der Bau weiterer Anlagen auf den Dächern kommunaler Gebäude geprüft werden – bei vielen der überwiegend älteren Gebäuden muss allerdings dafür zuerst ihre Statik ertüchtigt werden. In Planung befindet sich die Sporthalle am Berg, im Bau befindet sich bereits die mit PV-Paneelen belegte Lärmschutzwand an der A8. Letzteres Projekt muss bis Ende November fertiggestellt werden, da sonst die Fördermittel flöten gehen.

Manche sanierte Gebäude haben ihre Bilanz verschlechtert

Eine Kommune hat leicht mehrere hundert Stromzähler abzulesen. Foto: Uli Deck/dpa

Da sich die Verbräuche nicht wesentlich verbessert haben, sollen aber auch ihre Nutzer mehr in die Pflicht genommen werden. „Denn es gibt sogar sanierte Gebäude, bei denen sich die Werte trotz besserer Technik verschlechtert haben“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kleefeldt. Von einer zusätzlichen Sensibilisierung verspricht sich auch Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel einiges: „Über das Nutzerverhalten kann man viel bewegen. Aber leider gibt es viele Menschen, die kein Verständnis dafür haben, das merken wir auch im Rathaus etwa hinsichtlich der Zimmertemperatur oft.“ Dennoch müsse man an dem Thema dranbleiben, forderte der Verwaltungschef.