Engagement in Gerlingen Neue Vereinigung für Stadtmarketing ist am Start

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40 Gründungsmitglieder heben den Verein aus der Taufe. Ihr Ziel ist ein hauptamtlicher Geschäftsführer, der sich um verschiedene Themen kümmern soll.

In Gerlingen soll auch das Einkaufen verbessert werden. Foto: dpa
In Gerlingen soll auch das Einkaufen verbessert werden. Foto: dpa

Gerlingen - Nach gut einer Stunde war alles erledigt. Jetzt hat die Stadt Gerlingen einen neuen Verein für das Stadtmarketing. Dessen Vorstand ist fast komplett, es fehlen noch zwei Mitglieder, die der Gemeinderat entsendet. Unter den 40 Gründungsmitgliedern sind viele Vertreter von Unternehmen, die im Bund der Selbstständigen engagiert sind, auch zahlreiche Stadträte haben sich eingeschrieben. Die Vorsitzende ist Heike Bischoff, die bereits aktiv ist und eine Vorstandssitzung einberufen hat. Die Vereinsgründung sei ein Meilenstein, sagt sie.

Das Thema Stadtmarketing beschäftigt den Gerlinger Gemeinderat bereits seit dem Jahr 2011, es sei aus der Bürgerschaft und der Lokalen Agenda aufgekommen, sagte der Bürgermeister Georg Brenner zu Beginn des Gründungstreffens. Im Jahr 2012 begann ein Prozess der Meinungsbildung und Wünschesammlung, der von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung in Ludwigsburg moderiert wurde – und vor zwei Jahren in ein Stadtmarketinghandbuch mit 35 Seiten mündete. In mehreren Versammlungen in den vergangenen beiden Jahren für Bürger wie Unternehmer sowie in einem Lenkungskreis unter dem Dach der Lokalen Agenda wurde das Thema behandelt. „Stadtmarketing ist das, was unsere Stadt ausmacht“, sagte Georg Brenner.

Fünf Aufgabenfelder

Das erstellte Handbuch ist seit einem Gemeinderatsbeschluss die verbindliche Basis. Darin sind unter anderem fünf Aufgabenfelder definiert: Wirtschaft und Arbeitsplätze, Wohnen mit Wohnumfeld, Innenstadt mit Einzelhandel, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sowie Freizeit, Kultur und bürgerschaftliches Engagement. Für jeden Bereich sind Ziele und „Ideenspeicher“ definiert, in denen mögliche Verbesserungen angesprochen werden. Dazu gehören für das Wohnen zum Beispiel Stadthäuser für junge Familien, im Bereich Wirtschaft eine Standortbroschüre, für Innenstadt und Einzelhandel eine bessere Abstimmung von Öffnungszeiten oder höhere Aufenthaltsqualität am Rathausplatz. Als Schwäche von Freizeit und Kultur wurde festgehalten, dass „Kunst und Kultur nicht verortet“ seien; im Bereich Nachhaltigkeit wird der Ausbau des Personennahverkehrs angeregt.

Bei den Wahlen für den Vorsitz des Stadtmarketing-Vereins setzte sich Heike Bischoff gegen den Verleger Thomas Bleicher durch; er wurde anschließend mit dem Werbeprofi Andreas Arzt zum Stellvertreter gewählt. Arzt hatte im Sommer die Kampagne „Mein Gerlingen – einfach attraktiver“ gestartet. Daran lehnt sich auch der Vereinsname an: „Mein Gerlingen – Stadtmarketing e.V.“

Keine überhastete Personalsuche

Nach der Sitzung sagte Heike Bischoff, die Suche nach einem angestellten Geschäftsführer solle „nicht überhastet“ sein. Andreas Arzt hält es für die wichtigste Aufgabe, „den Verein handlungsfähig zu machen“, eine Hauptversammlung einzuberufen und eine Beitragsordnung zu beschließen. Diese braucht es, damit der Verein einen Finanzierungsanteil für die Stelle einer hauptamtlichen Kraft stemmen kann. Diese soll auch die Rolle eines Innenstadtbeauftragten beinhalten. Bis dieses Amt besetzt sei, könne es Herbst 2016 werden, sagte Bischoff. Und Thomas Bleicher ergänzte: „Der Citymanager ist die professionelle Ergänzung des Ehrenamts.“ Arzt legte Wert darauf, dass „wir mit dem weitermachen, was wir seit zwei oder drei Jahren tun“. Alle neu Gewählten waren wie etliche der Gründungsmitglieder schon in Sachen Stadtmarketing aktiv.

Bürgermeister Brenner zeigte sich „natürlich zufrieden“ mit der Versammlung, 40 Gründungsmitglieder seien „nicht alltäglich“. Wie es weitergehe schreibe er der Vereinsführung nicht vor. „Ich bin nicht derjenige, der die Ziele vorgibt“, auch wenn er Kraft Amtes Vorstandsmitglied sei. An den bisherigen Themen werde weitergearbeitet; für den städtischen Finanzierungsanteil eines Geschäftsführers gebe es einen Etat. Am Citymanager sei indes „erfolgreiche Stadtmarketingarbeit nicht festzumachen“. Ihm sei wichtig, dass Stadtmarketing eine Sache aller Gerlinger sei.