Freiwilliges Engagement Mehr als nur warme Worte – 1100 Ehrenamtliche im Kreis Esslingen belohnt
Das Esslinger Landratsamt gibt seit Jahresbeginn die Ehrenamtskarte aus – als Dankeschön für freiwilliges Engagement. Wer sie erhält und was sie bietet.
Das Esslinger Landratsamt gibt seit Jahresbeginn die Ehrenamtskarte aus – als Dankeschön für freiwilliges Engagement. Wer sie erhält und was sie bietet.
Kaum hatte das Esslinger Landratsamt zum Jahreswechsel die Formulare auf seiner Homepage freigeschaltet, gingen auch schon die ersten Anträge ein. Und nach nicht mal vier Wochen sind bereits 1100 Ehrenamtskarten bearbeitet worden. „Das ist eine unglaublich positive Resonanz“, freut sich Landrat Marcel Musolf über den erfolgreichen Start.
Im vergangenen Sommer hatte der Esslinger Kreistag einstimmig die Einführung der Ehrenamtskarte zum 1. Januar 2026 beschlossen, um jenen, die sich unermüdlich für das Gemeinwohl engagieren, nicht nur mit warmen Worten für ihren unentgeltlichen Einsatz zu danken. Die Aktion geht auf eine Initiative des Landes zurück, das auch die Kosten trägt: Als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung bietet die Karte Vergünstigungen und Vorteile in zahlreichen Kultur-, Sport-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen in ganz Baden-Württemberg. „Es geht dabei nicht um den monitären Wert“, betont Musolf. Sondern um ein Signal. Denn: „Das, was im Ehrenamt geleistet wird, ist unbezahlbar.“
Allein im Kreis Esslingen machen bislang 35 Akzeptanzpartner mit rund 60 Angeboten mit. Wer die Ehrenamtskarte vorzeigt, erhält beispielsweise ermäßigten Eintritt in die Gutenberger Höhlen und den Urweltsteinbruch Holzmaden, in die Freibäder Kirchheim, Wernau und Neuhausen oder ins Kulturzentrum Dieselstraße. Exklusive Aktionen bieten unter anderem das Freilichtmuseum Beuren und das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. Das DRK Esslingen lädt zum Blick hinter die Kulissen ein, der ADFC Ostfildern zur kostenfreien Teilnahme an Radtouren.
Die ersten 20 Antragsteller hat die Kreisverwaltung jüngst zur feierlichen Übergabe der knallgelben Plastikkarte ins neue Esslinger Landratsamt eingeladen. Vertreter von Freiwilligen Feuerwehren, des DRK, der Malteser und des THW waren ebenso darunter wie Pfadfinder, Jugendtrainer und politisch Engagierte. „Die bislang eingereichten Anträge spiegeln die gesamte Ehrenamtspalette in allen gesellschaftlichen Bereichen wider“, berichtet Musolf.
Zahlen, wie viele Menschen sich im Kreis Esslingen bürgerschaftlich engagieren, gibt es nicht. Deshalb kann die Kreisverwaltung auch nicht einschätzen, wie viele Ehrenamtskarten wohl ausgestellt werden. Vielleicht, schätzt der Landrat optimistisch, könnten es bis zum Jahresende zwischen 4000 und 5000 sein. Einen Anspruch darauf hat, wer in den vergangenen zwölf Monaten mindestens 200 Stunden unentgeltlich in einer Organisation mitgearbeitet oder mindestens 100 Stunden freiwillig in einem gemeinwohlorientierten Projekt geholfen hat.
Jochen Thorns, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Filderstadt, hat gleich 300 Karten für alle Abteilungsmitglieder entgegengenommen. „Wir finden es toll, dass das Land und der Landkreis auf diese Weise Danke sagen.“ Über die Anerkennung freut sich auch Geert Rüger vom Lokalen Bündnis für Flüchtlinge Plochingen: „Ich werde meinen Mitstreitern sagen, sie sollen ebenfalls einen Antrag stellen.“ Das gehe wirklich schnell und unbürokratisch, ist die Erfahrung von Thomas Pazurek, dem Ortsbeauftragten beim THW Ostfildern.
Laut der Bürgerreferentin des Kreises, Monja Brenner, soll das Verfahren nur etwa eine Woche von der Antragstellung über die Homepage des Landkreises bis zur Zustellung der Karte auf dem Postweg dauern. Noch schneller geht es mit der digitalen Kartenversion per App. Alle Infos findet man online unter www.landkreis-esslingen.de, Stichwort Ehrenamtskarte.