Engagiert in Esslingen Eine wichtige Wegbegleiterin für Schüler

Vorne an der Tafel fühlt sich Kira Fetter wohl. Foto: Roberto Bulgrin

Die angehende Lehrerin Kira Fetter sieht sich als Wissensvermittlerin, aber auch als Bezugsperson für ihre Schüler. Sie will die Menschen positiv prägen, die unsere Zukunft sind. Wie macht sie das?

Esslingen - Man merkt sofort, warum sich Schüler und Schülerinnen bei Kira Fetter wohlfühlen. Mit ihrem freundlichen Gesicht, den strahlenden Augen und dem Lächeln, das ihr übers Gesicht huscht, macht sie auf Anhieb einen sympathischen Eindruck. Und die 28-jährige Referendarin, die seit einem Jahr am Schelztorgymnasium unterrichtet, versteht sich nicht nur als Wissensvermittlerin, sondern auch als Ansprechpartnerin für ihre Schüler und Schülerinnen. „Es ist ein sehr emotionaler Beruf. Die Kinder sehen dich nicht nur als Lehrer, sondern auch als Bezugsperson. Es kommen viele mit Problemen von zu Hause zu mir, weil sie das Gefühl haben, sie können mir das anvertrauen. Man erfährt ganz viel Liebe in diesem Beruf“, schwärmt Kira Fetter.

 

Dabei war für die 28-Jährige keineswegs von Anfang an klar, in welche Richtung es sie beruflich verschlagen wird. Aufgewachsen in Balingen auf der Schwäbischen Alb, zog es sie nach dem Abitur zum Studieren nach Stuttgart.

Sport und Deutsch standen auf dem Vorlesungsplan, ihre Lieblingsfächer. Was genau Fetter mit dem Studium anfangen wollte, wusste sie noch nicht, klar war für die Schwäbin aber, dass ihr Beruf mit Menschen zu tun haben sollte. „Ich dachte mir, ich probiere das mit dem Lehramtsstudium mal aus und schaue, wie es funktioniert“, erklärt sie.

Das Praxissemester hat den Ausschlag gegeben

Am Anfang hatte Fetter noch Zweifel, ob der Beruf wirklich das Richtige für sie ist. „Es ist ja auch ein verschriener Beruf. Über Lehrer heißt es oft, sie seien alle Besserwisser. Aber so habe ich mich nie gesehenen“, erzählt die 28-Jährige. Im Praxissemester, das sie am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Fellbach absolvierte, merkte Fetter dann, wie sehr ihr das Unterrichten Spaß machte. „Ich habe gemerkt, dass mein Platz in der Schule ist und ich hier hingehöre“, sagt sie.

Doch wie kann eine Lehrerin die Welt verbessern? Indem sie die Menschen positiv prägt, die unsere Zukunft sind – Kinder. „Wir begleiten die Kinder in einer ganz wichtigen Lebensphase. Wir fungieren nicht nur als Wissensvermittler sondern auch als Erzieher, sogar als Freund. Man kann den Schülern viele Werte vermitteln, sie auf ihrem Weg begleiten und auf das Leben vorbereiten. Bildung ist der Schlüssel, denn alles geht über Bildung“, erklärt Fetter.

Wie wichtig Lehrer für Schüler sein können und wie sie das Leben ihrer Schützlinge prägen können, das weiß Fetter aus eigener Erfahrung. Es waren ihre Sport- und Deutschlehrer, die ihre Begeisterung für die Fächer gefördert haben und die der Grund dafür sind, warum Fetter jetzt selbst unterrichtet. „Meine Lehrer waren unglaublich wichtig für mich. Sie haben mich in der Schulzeit mehr beeinflusst als meine Eltern. Meine Lehrer haben an mich geglaubt und mir gezeigt, was ich kann, und mich dazu motiviert, noch mehr zu geben“, erzählt Fetter.

Humor und Empathie sind wichtige Eigenschaften

Sie sieht sich nicht als autoritäre Lehrerin, die ihre Schüler womöglich einschüchtert. Die 28-Jährige möchte den Kindern auf Augenhöhe begegnen und jeden Schüler in seiner Vielfalt akzeptieren. Humor, Geduld, Empathie und Toleranz sind Eigenschaften, die für sie einen guten Lehrer ausmachen. Das Coronavirus wirbelte auch das Referendariat von Fetter durcheinander. Die Schulen sind mittlerweile wieder geschlossen, und die Lehrer müssen wie schon im Frühjahr auf Online-Unterricht umstellen.

Auch Fetter hat in dieser Zeit von zu Hause aus Unterricht gegeben. „Ich konnte mir vieles aneignen im digitalen Bereich. Aber wir konnten durch das Homeschooling leider wenig Praxis im Unterrichten sammeln, gerade in den Nebenfächern, und daher war es schwer, nach den Sommerferien gleich eigene Klassen zu betreuen.“ Doch davon hat sich Fetter nicht unterkriegen lassen.

„Allerdings fand ich es nicht schlecht, ins kalte Wasser geworfen zu werden, weil du ja irgendwie klarkommen musst. Im Nachhinein denke ich, es hat weder einen großen Vor- oder Nachteil gebracht, sondern den Schwerpunkt verlegt.“ Corona habe auch gezeigt, wie wichtig der Lehrerberuf sei. „Die Kinder brauchen die Schule, die Kinder wollen in die Schule. Sie benötigen die Struktur und das gemeinsame Lernen“, sagt Fetter.

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