Stau am Engelbergtunnel: Auf den Verkehrskameras ist er für die Öffentlichkeit nicht zu sehen. Foto: KS-Images.de
Staut es sich am Engelbergtunnel? Live-Bilder liefern für die Fahrer keine Infos, denn diese sind gesperrt. Die Kritische Infrastruktur und der Ukraine-Krieg sind die Gründe.
Vor der Abfahrt noch schnell einen Blick ins Internet geworfen. Zeigt das Livebild auf der geplanten Route einen Stau? Nein? Nicht mal am Engelbergtunnel? Gut, dann kann es ja losgehen. Doch dieses Prozedere ist seit einiger Zeit nicht mehr möglich. Die Verkehrskameras, die im Livebild das Geschehen auf den Straßen zeigen, sind für die Öffentlichkeit weiterhin nicht abrufbar. Das bestätigt Petra Hentschel, Pressesprecherin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, auf Nachfrage.
Schuld ist ein ganz bestimmter Konflikt. „Aufgrund der allgemeinen Sicherheitslage werden diese Aufnahmen seit Beginn des Ukraine-Kriegs der Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung gestellt“, so Hentschel. Die Anweisung dazu sei durch das Bundesministerium für Verkehr ergangen. Schon zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen das Nachbarland hatte ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums gegenüber dem SWR gesagt: „Es gibt vermehrt Aktivitäten von sicherheitspolitisch relevanten Akteuren im Straßenraum.“ Man sei daher einer Bitte des Bundesministeriums nachgekommen.
Engelbergtunnel und Autobahn gehören zur kritischen Infrastruktur
Nicht nur der Engelbergtunnel, auch der gesamte Sektor „Transport und Verkehr“ gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Der Transport von Menschen und Gütern aller Art muss stets sichergestellt sein. Aus diesem Grund wird das Verkehrswegenetz in Deutschland – ob Straße, Schiene, Luft oder Wasser – besonders geschützt. Zur Not auch durch das Abschalten von Kameras, die einer möglichen Konfliktpartei Informationen liefern könnten.
Autobahn-Webcams rund um den Engelberg-Tunnel
„Es handelt sich hierbei um bundesweite Webcams, die ein Bild pro Minute liefern“, erklärt Hentschel. Sie würden von den Autobahnmeistereien sowie Verkehrszentralen der Autobahn GmbH des Bundes dazu verwendet, um an neuralgischen Stellen des Streckennetzes einen Überblick über die Verkehrssituation zu erhalten. „Im Bereich der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest befinden sich über hundert Webcams.“
In der Vergangenheit wurden diese bundesweiten Aufnahmen zusätzlich in der Autobahn-App zur Verfügung gestellt. „Daten darüber, wie häufig die Bilder dort aufgerufen wurden, liegen uns nicht vor“, so Hentschel, die weiter betont: „Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit werden die Webcams von den Autobahnmeistereien sowie Verkehrszentralen der Autobahn GmbH des Bundes weiterhin genutzt.“ Nur darf sich eben nicht mehr jeder ins Verkehrsgeschehen hineinklicken.
Rund um den Engelbergtunnel wären im Normalfall einige Kameras abrufbar. Auf der A 81 befinden sich laut Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg an folgenden Stellen in Fahrtrichtung Heilbronn:
an der Anschlussstelle Zuffenhausen
zwischen Zuffenhausen und Feuerbach
direkt an der Anschlussstelle Feuerbach
am Parkplatz Engelberg – wo auch der Lkw-Thermoscanner steht.
Kameras gibt es sowohl an A 81 als auch an A 8 – in beiden Richtungen
In Richtung Tunnel liefern auf der A 81 Kameras hier Bilder:
an der Anschlussstellen Zuffenhausen
an der Anschlussstelle Feuerbach.
Auf der A 8 sind Kameras hier installiert:
an der Anschlussstelle Rutesheim sowie an der Überleitung zur A 81 sowohl in Richtung Kreuz Stuttgart als auch in die jeweilige Gegenrichtung ausgerichtet.
gen Kreuz Stuttgart filmt eine weitere zwischen Dreieck Leonberg und dem Rasthof Sindelfinger Wald.