Entdeckung am Bärenschlössle Es fährt ein Bähnle nach Nirgendwo

Von Jan Sellner 

Ein Leser hat im Stuttgarter Rotwildpark ein Schild entdeckt, das ihn buchstäblich elektrisierte. Leider war es am 1. April.

Täuschen echt: der Baufreigabeschein für eine elektrische Schmalspurbahn zum Bärenschlössle. Foto: Peter Gernbacher
Täuschen echt: der Baufreigabeschein für eine elektrische Schmalspurbahn zum Bärenschlössle. Foto: Peter Gernbacher

Stuttgart - Peter Gernbacher, der den Stuttgarter Rotwildpark seit vielen Jahren regelmäßig mit seinem Hund durchstreift, musste am Mittwoch zweimal hinschauen: Unweit des Bärenschlössles stand das Schild, von dem er schon so lange geträumt hat. Darauf ein dicker roter Punkt und die Aufschrift: „Baufreigabeschein für das Bauvorhaben Verlegung Schienennetz für elektrische Eisenbahn mit Rangier- & Kopfbahnhof“. Daneben, ebenso täuschend echt, eine Karte mit dem künftigen Streckenverlauf der elektrischen Schmalspurbahn, beginnend am Forsthaus II mit der Endstation Bärenschlössle. Angekündigt wurde ein 20-Minuten-Takt zum ehemaligen Lustschlösschen von Herzog Carl Eugen, einem der beliebtesten Ausflugsziele Stuttgarts. Endlich würde es wahr werden!

Vielen Besucher haben sich in Unterschriftenlisten eingetragen

Erinnern Sie sich? Peter Gernbacher, das ist der Mann, der seit vielen Jahren für ein solches Bähnle wirbt. Gerne dürfen es auch andere Beförderungsmöglichkeiten sein. Hauptsache, man findet eine Möglichkeit, es älteren und gehbehinderte Menschen zu ermöglichen, das mitten Rotwildpark gelegene Bärenschlössle zu besuchen. Unterstützt wird das Anliegen vom Pächter des Bärenschlössle-Restaurants Jürgen Unmüßig. Bei ihm liegen entsprechende Unterschriftenlisten aus, in die sich bereits mehrere Hundert Personen eingetragen haben. Jedoch, die Shuttle-Pläne fanden in der Stuttgarter Kommunalpolitik bisher keine wirkliche Fürsprache.

Sollte nun ein Wunder geschehen sein? Das professionelle Schild am Bärenschlössle und rot-weiße Absperrbänder schien darauf hinzudeuten. Und ja, Peter Gernbacher und seine Mitstreiter, hätten Grund gehabt sich zu freuen, wäre das Schild an einem beliebigen anderen Tag im Jahr aufgetaucht. Der Mittwoch aber war der 1. April.

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