Entführte Archäologen in Nigeria 180.000 Euro für deutsche Geiseln gefordert

Der deutsche Archäologe und sein Mitarbeiter wurden in Nigeria entführt. Jetzt fordern die Entführer 180.000 Euro. Foto: dpa
Der deutsche Archäologe und sein Mitarbeiter wurden in Nigeria entführt. Jetzt fordern die Entführer 180.000 Euro. Foto: dpa

Die Entführer des in Nigeria verschleppten deutschen Archäologen und seines Mitarbeiters fordern 180.000 Euro Lösegeld. Spezialkräfte und Sonderermittler suchen nach den beiden.

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Kaduna - Die Entführer eines in Nigeria verschleppten deutschen Archäologen und seines Mitarbeiters sollen 60 Millionen Naira (knapp 180.000 Euro) Lösegeld für die beiden Geiseln fordern. Das sagte ein Ausgrabungsmitarbeiter. Er habe diese Forderung am Donnerstag während eines Telefongespräches gehört, die der Aufseher der Ausgrabungsstätte geführt habe. Der Anrufer habe gesagt, dass die Polizei und Sicherheitskräfte nicht eingeschaltet werden dürften. Die Polizei erklärte, man sei sich dieser Forderungen nicht bewusst.

Der Archäologe und sein Mitarbeiter waren am Mittwoch in dem Ort Jenjela im nigerianischen Staat Kaduna entführt worden. Nigerianische Spezialkräfte und Sonderermittler suchen im Umkreis von Jenjela nach ihnen. Die Kidnapper waren mit dem Professor und seinem Mitarbeiter in ein Waldstück hineingelaufen.

Zwei Dorfbewohner wurden erschossen

Die staatliche nigerianische Nachrichtenagentur NAN berichtete, dass zwei Dorfbewohner während der Entführung der Deutschen erschossen worden seien. Polizeisprecher Aliyu Usman bestätigte diese Angaben am Freitag. Von der Lösegeldforderung wisse man jedoch nichts, sagte er.

In Nigeria, vor allem im Nordosten, ist die radikalislamische Terrorgruppe Boko Haram trotz einer Militäroffensive gegen sie weiter aktiv. Seit 2009 kämpft sie für ein Kalifat, entführt Menschen, überfällt Dörfer und verübt Anschläge auch über die Landesgrenzen hinweg. Ihrer Gewalt sind bisher mehr als 20 000 Menschen zum Opfer gefallen. Soldaten hatten die Boko-Haram-Kämpfer im vergangenen Jahr aus Städten im Nordosten Nigerias vertrieben. Es kommt jedoch weiter zu vereinzelten Anschlägen.




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