Entkernung und Abriss stehen an Abschied von der Rappenbaumschule in Dagersheim

Die Rappenbaumschule wird zunächst entkernt, ab November erfolgt der Abriss. Foto: Archiv/Bischof

Seit 2015/16 steht das Gebäude der Rappenbaumschule zwischen Dagersheim und Darmsheim leer. Nach langem Hin und Her wird die schadstoffbelastete Schule abgerissen.

Um das Rappenbaum-Areal mit ehemaliger Schule, Hallenbad und Turnhalle gab es in den vergangenen Jahren viel Streit. Die Städte Böblingen und Sindelfingen hatten sich seit 1969 über den Zweckverband Rappenbaum gemeinsam um das Gelände gekümmert, doch das funktionierte zuletzt nicht mehr. Darüber, wie die Zukunft des Areals aussehen sollte, gab es zu unterschiedliche Ansichten. Jetzt ist man dabei, den Zweckverband aufzulösen, und verfolgt jeweils eigene Pläne.

 

Die Stadt Böblingen lässt die lange leer stehende Rappenbaumschule nun abreißen – was allerdings aufwendig ist und insgesamt über ein Jahr in Anspruch nehmen wird. „Im Gebäude sind eine Menge verschiedener Schadstoffe, zum Beispiel PCB und Asbest, verbaut worden“, erläutert der städtische Pressesprecher Gianluca Biela, „die Schadstoffe müssen sorgfältig und den Vorschriften entsprechend ausgebaut und entsorgt werden.“

Aktuell hat bereits die Entkernung des Gebäudes in Teilbereichen begonnen, die bis Oktober dauert. Ab nächster Woche werden auf dem Gelände Flächen zur weiteren Einrichtung der Baustelle benötigt. Daher ist das Parken auf den oberen Parkplätzen an der Aidlinger Straße ab Freitag, 30. Mai, nicht mehr beziehungsweise nur noch eingeschränkt, also nur noch abends und nachts sowie am Wochenende, möglich. Die unteren Parkplätze auf dem Gelände an der Begonien- und an der Lupinenstraße stünden dagegen weiterhin zur Verfügung, teilt die Böblinger Stadtverwaltung mit. Der Fußweg von der Aidlinger Straße zur Sporthalle und zum Hallenbad wird umgeleitet. Der eigentliche Abbruch des Gebäudes soll dann erst im November starten und voraussichtlich bis Juni 2026 andauern – abhängig von der Witterung, wie die Stadtverwaltung ankündigt.

Die Rappenbaumschule wird abgerissen. Foto: Stadt Böblingen/Yann Lange

2012 war die Rappenbaum-Werkrealschule geschlossen worden. Nach der Zwischennutzung als Flüchtlingsunterkunft wurden sich die Nachbarkommunen nicht einig, wie es dort weitergehen soll. Die Darmsheimer hätten gerne ihre Grundschule auf das Areal verlegt und trieben diese Pläne voran, obwohl Dagersheim und Böblingen dagegen waren. Im Juli 2021 beschloss der Zweckverband, die asbestbelastete Rappenbaumschule abzureißen, zudem die Turnhalle und das Hallenbad zu sanieren. Als sich Böblingen und Dagersheim schließlich deutlich gegen einen Grundschulneubau auf dem Rappenbaum-Areal aussprachen, weil sie eine zu starke Konkurrenz zur bestehenden Dagersheimer Grundschule sahen, beschloss die Stadt Sindelfingen, an einem anderen Standort in Darmsheim eine neue Grundschule zu planen.

Die Stimmung im Zweckverband wurde zunehmend schlechter, die Kommunikation brach ab. Weil es 2024 zu keiner Verbandsversammlung kam, gingen über drei Millionen Euro Bundeszuschüsse für die Sanierung des Hallenbads verloren – der negative Höhepunkt des Zwists. Inzwischen geht man getrennte Wege und verfolgt jeweils eigene Pläne.

Nun also der Abriss der Schule. Dass es damit nach dem Beschluss 2021 so lange gedauert hat, lag wohl an aufwendigen Schadstoff-Untersuchungen und zudem an Fledermäusen, die sich zwischenzeitlich eingenistet hatten. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von rund 600 000 Euro ausgegangen, jetzt kostet die Maßnahme summa summarum wohl rund 1,7 Millionen Euro.

Bad und Halle sollen so lange wie möglich im aktuellen Zustand genutzt werden – wobei an einer grundlegenden Sanierung oder gar einem Neubau kein Weg vorbeigeht. Wann und wie, ist derzeit aber noch unklar.

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