Im Wald bei Hoffeld soll eine Fliegerbombe geborgen und entschärft werden. Was bedeutet das für Anwohnende?

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Der Palmsonntag am 29. März wird hart – zumindest für einige Personen, die in Degerloch nahe dem Hospitalwald im Stadtteil Hoffeld wohnen und am Wochenende gerne ausschlafen. Denn nicht nur verlieren sie durch die Umstellung auf die Sommerzeit eine Stunde in der Nacht. Sie müssen dann auch noch früh aus dem Haus. Der Grund: Im Hospitalwald wird eine Weltkriegsbombe geborgen. Der Blindgänger soll an Ort und Stelle auch entschärft werden. Dafür wird um die Fundstelle ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von rund 600 Metern eingerichtet.

 

Der Blindgänger war bei einer Sondierung im Hospitalwald gefunden worden. Von der Sperrung betroffen sind unter anderem die Sprollstraße, Hofgärten, ein Teil der Hoffeldstraße, die Verlängerung der Großen Falterstraße, die nach Hoffeld führt, der Ramsbachweg, der Eugen-Kucher-Weg, der Lauchweg, der Zedernweg und der Schönblickweg.

Die Polizei wird den Sicherheitsbereich von 9 Uhr an absperren. Das heißt, dass Anwohnerinnen und Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Auch die Wald- und Fahrradwege in dem Bereich dürfen in der Zeit nicht genutzt werden. Betroffen sind rund 1000 Anwohnerinnen und Anwohnern, teilt die Stadt Stuttgart mit. Sie seien bereits mit einem Brief informiert worden. Die Buslinien 70 und 71 sind von der Sperrung nicht betroffen.

In dem Bereich liegt auch die Wohnanlage Lothar-Christmann-Haus für Seniorinnen und Senioren. Weil die Stadtverwaltung und die Sicherheitskräfte damit rechnen, dass es länger dauern wird, das Heim zu räumen, wird damit bereits um 8 Uhr begonnen. Im Boden des Waldes, der Landeseigentum ist, steckt ein 250 Kilogramm schwerer Blindgänger. Er soll an Ort und Stelle entschärft und dann zur Vernichtung zum Sitz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Wald bei Böblingen gebracht werden.

Sicherheitsbereich in Degerloch: Ungewisse Dauer der Bombenentschärfung

Der Sicherheitsbereich wird eingerichtet, falls es zu einer Sprengung oder Explosion kommt. Es ist der Bereich, in dem theoretisch dann mit Splittern zu rechnen wäre. Wie lange die Bergung und das Entschärfen dauern, kann man nicht vorhersagen. Begonnen werden kann damit erst, wenn sichergestellt ist, das niemand mehr in den Wohnhäusern ist. Wer für die Zeit der Sperrung eine Aufenthaltsmöglichkeit braucht, kann die von der Stadt angebotene Sammelunterkunft in der Turn- und Vesammlungshalle Degerloch, Albstraße 70, nutzen.