Der Gemeinderat reagiert auf die existenziellen Sorgen der gemeinnützigen Sammelorganisationen und setzt die Sondernutzungsgebühren für das laufende Jahr aus.

Volontäre: Julian Meier (mej)

Der Gemeinderat hat auf die Existenznöte der gemeinnützigen Altkleidersammler reagiert: Am Donnerstag stimmte das Gremium einstimmig für einen Antrag, der einen Gebührenerlass für das laufende Jahr vorsieht. Für die insgesamt rund 145 im Stadtgebiet aufgestellten Altkleidercontainer müssen die Organisationen eine Sondernutzungserlaubnis beantragen, für die eine Gebühr zu entrichten ist. Diese wird nun für 2025 ausgesetzt. Vorausgegangen war ein Schreiben der Gemeinschaft der Sammelorganisationen von Alttextilien an den Gemeinderat, in dem vor einem Kollaps des bestehenden Systems gewarnt wird.

 

Die Gründe für die Probleme sind vielfältig: Zum einen gibt es immer mehr Kleidung mit geringer Qualität, die nicht wiederverwendet werden kann, zum anderen sind in den vergangenen Jahren auch Absatzmärkte weggebrochen. Dazu kommt eine von den Bürgern falsch verstandene EU-Richtlinie, die dazu führt, dass immer mehr kaputte Kleidung in den Altkleidersammlungen landen.

Um die neue Pflicht zur getrennten Erfassung von Alttextilien stemmen zu können, baten die gemeinnützigen Organisationen um Hilfe beim Gemeinderat. Dieser stimmte zu, auch vor dem Hintergrund, da die Stadt im Fall eines Rückzugs selbst ein Erfassungssystem aufbauen müsste. Die Mindereinnahmen durch den Gebührenerlass belaufen sich auf 44 000 Euro.