Trotz des hohen Spardrucks der Stadt Ludwigsburg hat sich eine Mehrheit des Gemeinderats gegen das Ende des sozialen Projekts entschieden.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

Ursprünglich sollten im Café Connect junge Geflüchtete einen geschützten Raum erhalten, mittlerweile ist der Jugendtreff viel mehr. Davon ist die Mehrheit von Ludwigsburger Stadträten von Grünen, Freien Wählern, SPD, AfD und Linke überzeugt, die am Dienstagabend das Ende des Projekts verhinderten. Die Stadt wird das Angebot drei weitere Jahre mit jeweils rund 73 000 Euro finanzieren.

 

Wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt Ludwigsburg hat die Verwaltung um Oberbürgermeister Matthias Knecht und Sozialbürgermeisterin Renate Schmetz Anfang November ein Sparpaket mit 23 Einzelmaßnahmen vorgestellt. Darunter auch der Vorschlag, das Café Connect zu schließen, um damit die städtischen Personalstellen für dieses Projekt einzusparen.

In den darauffolgenden Wochen bildete sich eine Bürgerinitiative, die auf die Wichtigkeit des Cafés hinwies. Im Connect kommen junge Erwachsene aus Ludwigsburg und Umgebung zusammen, einige haben Fluchterfahrung, viele haben wenig Geld oder fühlen sich einer Randgruppe zugehörig. Neben dem offenen Treff zwei Mal in der Woche organisieren die städtischen Mitarbeiterinnen gemeinsame Ausflüge mit den Gästen.

Das Projekt habe sich von einem Treff für Geflüchtete zu einem vielfältigen und wichtigen Angebot weiterentwickelt, sagte beispielsweise Grünen-Rätin Monika Schittenhelm während der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Die Freien Wähler wollen laut eigener Aussage ein Zeichen für junge Menschen ohne lautstarke Eltern setzen und stimmten deswegen ebenfalls für den Erhalt.