Der Fellbacher Gemeinderat stimmt dem von Baubürgermeisterin Beatrice Soltys vorgelegten ‚Plan B‘ mit einem deutlich verkleinerten Gesamtgrundstück einstimmig zu.
Mit dem Begriff „Befreiungsschlag“ hatte die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys jüngst ihren Vorschlag tituliert, wie die Kalamitäten um den geplanten, bislang auf 27 Millionen Euro taxierten Neubau der Feuerwache gelöst werden könnten.
Hintergrund sind die „jahrelangen Bemühungen“ und vergeblichen Verhandlungen der Stadtverwaltung mit zwei Besitzern von landwirtschaftlichen Grundstücken, die für die Umsetzung des längst grundsätzlich beschlossenen „Neubaus auf der grünen Wiese“ erforderlich sind. Es handelt sich dabei um zwei schmale, in Nord-Süd-Richtung gelegene Grundstücke, die sich relativ nahe der Bühlstraße befinden, wie ein in der Sitzung aufgelegter Übersichtsplan offenbarte.
Erfolgreiche Suche nach „alternativem Lösungsansatz“
Doch die Übernahme dieses „Fremdeigentums“, wie es im Übersichtsplan benannt wird, blieb den städtischen Verhandlern versagt, trotz „weitgehender Zugeständnisse“ durch die Verwaltung, wie es heißt.
Im Rathaus reifte deshalb die Idee, mit einem „alternativen Lösungsansatz“ und einer „weiteren Optimierung“ den gordischen Knoten zu zerschlagen: Die Gesamtfläche fürs große Gebäude inklusive Schlauchtrockenturm, Schulungsräumen, Leitstelle, Umkleiden, Atemschutzstrecke, Fahrzeughalle und Vier-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse sowie die umliegenden Bereiche samt Parkplätzen wird reduziert.
Die Bruttofläche des Neubaus umfasst somit entsprechend der abgespeckten Planung noch 8300 Quadratmeter, das sind 77 Prozent der ursprünglich veranschlagten 10 800 Quadratmeter. Am vorgesehenen Raumprogramm müssten in diesem „sehr kompakten Entwurf“ allerdings keine Abstriche gemacht werden. Im Lokalparlament brachte Soltys es auf diesen Nenner: „Wir erhalten also auf weniger Fläche genauso viel Feuerwehr.“
Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner erklärte jetzt im Gemeinderat: „Sie können sich vorstellen, dass es ganz viel Mut gebraucht hat, um aus dieser Situation herauszukommen.“ Er sei deshalb „dankbar für die Idee der Kollegin Soltys, auf geringerer Fläche das Programm der Feuerwehr unterzubringen. Das ist gelungen und ist eine große Chance, auch wenn die Realisierung nicht morgen oder übermorgen möglich sein wird“.
Das Wort „Befreiungsschlag“ fiel dann in der Debatte selbst zwar kein einziges Mal, auch die Baudezernentin sprach lediglich von einem „Plan B“. Erkennbar war allerdings in den Wortbeiträgen aller Fraktionssprecher, dass die von Soltys vorgelegte Machbarkeitsstudie des in Feuerwehrangelegenheiten erfahrenen Kornwestheimer Architekten Armin Klotz mit Wohlwollen und Zustimmung quittiert wurde.
Es gebe zwar „deutlich weniger Fläche, auch wenn der Verzicht nicht ganz freiwillig war“, betonte Beate Wörner (Grüne), „aber es soll ja auch weniger kosten als bislang geplant“. SPD-Fraktionschef Andreas Möhlmann fand es „gut, dass wir die Hürde Grundstücke jetzt genommen haben“. Nun sei aber wichtig, dass „auch die andere Hürde Finanzen langfristig genommen wird, wenn auch nicht unbedingt nächstes Jahr“.
„Besser spät als zu spät – oder nie“
CDU-Fraktionschef Franz Plappert stellte die spannende Frage: „Ist die neue Feuerwehr überhaupt in absehbarer Zeit finanzierbar, oder müssen wir von einer längeren Wegstrecke ausgehen?“ Der Fraktionschef der Freien Wähler, Freien Demokraten, Martin Oettinger, lobte die sich abzeichnende Entwicklung mit den Worten: „Besser spät als zu spät – oder nie.“
Letztlich wurde Soltys’ Vorschlag einstimmig abgesegnet. Bürgermeister Berner wies abschließend darauf hin, dass die konkreteren Zeiträume für die Realisierung des Neubaus Thema der anstehenden Haushaltsberatungen sein werden.