Enttäuschende Jahresbilanz Besucherzahlen der Wilhelma stagnieren trotz neuer Attraktionen
Trotz neuer Attraktionen wie der Amurtigeranlage hat es im vergangenen Jahr in der Wilhelma keine nennenswerten Steigerungen gegeben. Warum?
Trotz neuer Attraktionen wie der Amurtigeranlage hat es im vergangenen Jahr in der Wilhelma keine nennenswerten Steigerungen gegeben. Warum?
In der Wilhelma blickt Direktor Thomas Kölpin zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. 2025 sei wieder die Marke von 1,8 Millionen Besuchern geknackt worden, teilte er mit. Das unterstreiche die herausragende Rolle der Wilhelma als Ausflugsziel und Bildungsort. Aber die Anzahl der Menschen, die kamen stagnierte. Denn: 2024 gab es noch ein Plus von 6563 Personen. Und Kölpin hatte für 2025 erwartet, dass der zoologisch-botanische Garten mehr Besucher anlockt. Denn: Mit dem digitalen Anbieter GetYourGuide war eine digitale Kampagne ins Leben gerufen worden, die sich gezielt an ausländische Besucher aus Nordamerika im Raum Stuttgart richtet, die die Wilhelma noch nicht kennen.
Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) hatte im vergangenen Jahr dazu erklärt, dass die Wilhelma als Landesbetrieb möglichst hohe Deckungsbeträge anstrebe und dafür auch ein entsprechendes Besucheraufkommen benötige. Doch das lasse sich nicht beliebig steigern. Die Einrichtung versuche aber, durch Angebote wie die Stadterlebniskarte für Stuttgart und die Region (StuttCard) und die ErlebnisCard für die Region zusätzliche Besuchergruppen zu erschließen.
Auch die Einweihung der neuen Amurtiger-Anlage mit Kosten von 5,5 Millionen Euro im Sommer hat nicht für bedeutende Besuchersteigerungen gesorgt. Das vergangene Jahr sei ein „Jahr der Katzen“ gewesen, bilanziert der Zoo. So gab es ein Schneeleoparden-Jungtier im April, zehn Tage später kamen bei den Geparden Sechslinge zur Welt. Doch auch traurige Momente gab es in der Terra Australis: Koala-Jungtier Jimbelung starb im August mit 14 Monaten nach einer Atemwegserkrankung. Freude hingegen im Dezember: Bei Koala-Mutter Auburn schaute erstmals ein neues Jungtier aus dem Beutel. Und in der Staatlichen Münze wurde eine Gedenkmedaille geprägt, mit Koala Navy drauf.
Der Artenschutz wurde weiter vertieft: Mit dem Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher freiwillig bei ihrem Eintritt zahlen, sowie Spenden auch über den Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma, wurden mit den erzielten mehr als einer Million Euro über 40 Projekte weltweit gefördert. Auch wurde in der Wilhelma ein internationales Artenschutz-Zentrum für Orchideen und Reptilien eingerichtet. Auch Artenschutz vor Ort gab es: Zusammen mit dem Naturkundemuseum und mehreren Schulklassen wurden Wildstaudenbeete vor dem Museum am Löwentor angelegt. Und der Botanik-Bereich wilderte einmal mehr die vom Aussterben bedrohte Borstige Glockenblume im Land aus und eröffnete einen Bonsai-Garten in der Wilhelma.
Für die Wilhelma bedeutend waren Auszeichnungen wie das Fair Family-Gütesiegel des Verbands kinderreicher Familien Deutschland als Zeichen für Familienfreundlichkeit in Baden-Württemberg. Auch die Zertifizierung des BNE-Netzwerkforums durch Umweltministerin Thekla Walker und Kultus-Staatssekretärin Sandra Boser (beide Grüne), erfreute die Verantwortlichen. BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Miriam Wüst von der Stabsstelle Umweltbildung & Veranstaltungen in der Wilhelma erklärte: „Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit Bewusstsein, Empathie und Verantwortung gegenüber Natur, Umwelt und zukünftigen Generationen handeln.“