Der Name ist Programm: „Uwezo“ bedeutet Ermöglichen auf Swahili. Die kenianische Hilfsorganisation Uwezo Uplift Foundation will genau dies: bedürftige Kinder, Jugendliche und Frauen dazu befähigen, dass sie ein besseres Leben führen können. „Invest in a Child and change the World“ – auf Deutsch: investiere in ein Kind und verändere so die Welt – ist das Motto, das Rosely Nagila der von ihr gegründeten Organisation gegeben hat. Die 51-Jährige weiß genau, was es heißt, arm und damit chancenlos zu sein. Sie selbst ist in extrem armen Verhältnissen in der entlegenen und vernachlässigten Bergregion Mount Elgon im Westen des Landes aufgewachsen. Über Umwege kam sie nach Nairobi und dort in Kontakt mit dem christlichen Missionswerk Diguna (Die Gute Nachricht für Afrika).
Patenschaften sind die zentrale Säule des Projekts
Zehn Jahre lang arbeitete sie für Diguna als Radiomoderatorin und sah das Elend der Kinder in den Slums von Nairobi. So entstand die Idee, diese Kinder zu unterstützen. „Jedes Kind verdient einen guten Start und damit eine Chance für eine erfolgreiche Zukunft“, sagt sie.
Zunächst entwickelte Roselyn Nagila das Hilfsprogramm, dessen wichtiger Bestandteil auch die Weitergabe des christlichen Glaubens ist, unter dem Dach von Diguna. 2016 gründete sie Uwezo. Inzwischen hat die Organisation sechs Mitarbeitende. Vor allem wenn man Kinder unterstütze und ihnen Wissen vermittle, könne man viel bewirken, sagt sie. Und so ist das Patenprogramm die zentrale Säule der Arbeit. Für 126 Kinder in Nairobi, aber auch in Mount Elgon habe sie inzwischen Patenschaften vermittelt, berichtet Roselyn Nagila. Frank und Sabine Deuschle aus Denkendorf gehören zu den Unterstützern. Die Kinder sucht Uwezo sorgfältig aus: Oft haben sie gar keine Eltern mehr, werden von der Großmutter aufgezogen oder sind Kinder von Alleinerziehenden.
Für 50 Euro im Monat können Schulgeld, Bücher, Hefte, Schuluniformen und auch Essen für die bedürftigen Familien bezahlt werden. Das Geld wird nicht direkt an die Haushalte gegeben. Die Sozialarbeiter von Uwezo zahlen das Schulgeld an die Schulen und kaufen Lebensmittel ein, die dann verteilt werden. „So ist sichergestellt, dass das Geld vor allem den Kindern zugutekommt“, erklärt Frank Deuschle.
Er und seine Frau lernten Roselyn Nagila und ihre Arbeit kennen, als sie 2011 ihren ältesten Sohn in seinem Freiwilligendienst in Nairobi besuchten. Inzwischen sei daraus eine Freundschaft gewachsen. Da lag es nahe, der Partnerin ihres jüngeren Sohnes den Kontakt zu Uwezo zu vermitteln, als diese sich mit dem Gedanken trug, einen Freiwilligendienst bei Kindern in Afrika zu machen. Und so war Isabell Scheurenbrand im vergangenen Jahr für ein halbes Jahr in Kenia und arbeitete bei Uwezo mit. Die Zeit dort hat die Erzieherin verändert: „Es ging mir sehr nahe, den Hunger, den Mangel an vielem und die Krankheiten der Kinder zu sehen“, erzählt die 25-Jährige. „Ich konnte nicht begreifen, dass es solche Ungerechtigkeit gibt.“ Durch den Aufenthalt in Kenia sei sie viel zufriedener und auch gelassener geworden. „Man wird dankbarer dafür, wie gut es uns hier geht“, sagt auch Frank Deuschle. Ihn beeindruckt zudem, „dass die Menschen in Kenia viel dankbarer sind für das, was sie haben, und sich nicht über ihre Lebensumstände beschweren“. Neben den Patenschaften gibt es bei Uwezo auch ein Mentorenprogramm. Hier werden Kinder unter anderem in den Ferien betreut und „auf das Leben vorbereitet“, so Frank Deuschle.
Die Klinik benötigt medizinische Geräte und Personal
Roselyn Nagila ist seit Mitte April in Deutschland unterwegs, um vor allem in Kirchengemeinden über ihre Arbeit zu berichten, Spenden zu sammeln und ihr Netzwerk auszuweiten. Denn Uwezo arbeitet gerade an einem zweiten großen Projekt. In der Mount-Elgon-Region nahe der Grenze zu Uganda mangelt es an medizinischer Versorgung. Dort – zwölf Autostunden von Nairobi entfernt – hat Uwezo ein Krankenhaus gebaut. Hier soll die arme Bevölkerung für einen geringen Betrag medizinisch versorgt werden. Der Bau steht, Betten und Matratzen sind vorhanden. Doch nun gilt es, die Klinik mit Geräten und vor allem auch Personal auszustatten. „Dafür braucht es eine kontinuierliche Finanzierung“, sagt Frank Deuschle. Auch teurere medizinische Ausrüstungsgegenstände, für die sich ein Transport nach Kenia lohnen würde, sind willkommen. Und wer sich als Ärztin oder Arzt einen Einsatz bei Uwezo vorstellen könnte, kann sich an Frank Deuschle wenden.
Ein besonders gravierendes Problem in der Region sind Sandflöhe, sogenannte Jiggers, die Hände und Füße der Kinder befallen. Die Parasiten fressen sich unter die Haut und verursachen große Schmerzen. Regelmäßig werden die Wunden der Kinder versorgt und Gummistiefel verteilt, damit durch das Barfußlaufen kein neuer Befall auftritt. Bis zu 150 Kinder kommen dazu in Mount Elgon zusammen.
Roselyn Nagila liegen jedoch auch die Mütter am Herzen. Sie lädt sie ein, um über Hygiene, Ernährung und Kinderpflege zu sprechen. Vor allem aber wolle sie Frauen vermitteln, was sie auf ihrem Land anbauen sollten: „Was ist gesund, und was können sie auch verkaufen.“ Denn meist ernähren die Frauen die Familien. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, viele Männer trinken. An so einem Tag kommen durchaus 600 Frauen zusammen. Dann wird auch über den Glauben gesprochen, und Bibeln werden verteilt.
Unterstützung aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz
Hilfsorganisation
Die Uwezo Uplift Foundation ist eine Organisation nach kenianischem Recht, die sich komplett aus Spenden finanziert. Als deutsche Partnerorganisation unterstützt TS Care mit Sitz in Gunzenhausen die Arbeit und stellt etwa Spendenbescheinigungen aus.
Patenschaften
Das Patenprogramm von Uwezo wird vor allem von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden getragen, die mit ihren regelmäßigen Beiträgen Schulgeld, Schuluniformen und auch Lebensmittel für die Schülerinnen und Schüler bezahlen.
Spendenkonten
Wer die Projekte von Uwezo unterstützen möchte, findet Spendenkonten unter www.uwezouplift.org/sponsorship-program.
Kontakt
Infos zum Projekt gibt Frank Deuschle unter F.Deuschle@web.de oder Tel. 01 60 / 8 63 90 87.