Entwicklungskonzept in Stuttgart Stadt will Waldau neu ordnen

Von Jörg Nauke 

Das Sport- und Freizeitgebiet soll neben einer Sporthalle auch eine Spielfläche für nicht vereinsgebundene Aktivitäten erhalten.

Das Kletterzentrum ist eine der Attraktionen auf der Waldau. Foto: Michael Steinert
Das Kletterzentrum ist eine der Attraktionen auf der Waldau. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Vom Fernsehturm hat man einen wunderbaren Blick auf das grüne Stuttgart - und auf einen 41 Hektar großen Flickenteppich. Im zweitgrößten Sportgebiet der Stadt, der Waldau in Degerloch, sind 16 Vereine mit insgesamt 11.300 Mitgliedern beheimatet. Seine herausragende Bedeutung erhält das Areal durch große Sportstätten wie das Gazi-Stadion, das Eissportzentrum und die Indoor-Kletteranlage. Mit dem Erscheinungsbild der Waldau ist die Stadtverwaltung allerdings unzufrieden.

Wildwuchs habe sich breitgemacht; teilweise hätten sich die Sportflächen bis in die öffentlichen Räume ausgedehnt. Es mangele an Aufenthaltsorten für Nichtvereinsmitglieder. Die Orientierung falle schwer, und das subjektive Sicherheitsempfinden am Abend sei "nicht gut". Außerdem seien die Parkplatzsituation und die Verkehrsführung bei Großveranstaltungen problematisch. Es gibt Vereine, die zu wenig, solche, die zu viel und solche, die nicht mehr zeitgemäße Sportflächen haben.

Nachdem das Sportreferat mit den Vereinen die Situation analysiert hat, lässt es sich am Mittwoch vom Verwaltungsausschuss des Gemeinderats die Genehmigung für ein neues Waldau-Konzept erteilen. Erste Ideen für den zentralen Bereich mit einem großen Platz sowie neuen Turn- und Sporthallen sind bereits vorgestellt worden.

Die Parkplatzsituation muss geregelt werden

Die zuständige Bürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) sagt, nicht alle Projekte könnten in den anstehenden Haushaltsberatungen genehmigt werden. Es sei aber wichtig, dass das Sport- und das Stadtplanungsamt ein stufenweise zu realisierendes Entwicklungskonzept fertigten, um Fehlentwicklungen auf der Waldau zu vermeiden, die sich etwa aus parallel vorgenommenen Planungen der einzelnen Vereine und Institutionen ergeben. Die Stadt nennt als Beispiel die Waldschule und die TSG Stuttgart, die beide Turnhallen bauen wollen. Nun wird geprüft, ob es auf dem TSG-Tennenplatz eine gemeinsame und auch normgerechte Lösung geben könnte. Neben einer Turnhalle ist eine ballspielgerechte Halle für alle Waldau-Anrainer im Gespräch.

Für neue Angebote müssten vorhandene Sportplätze geräumt und die verbliebenen wie jene der Sportfreunde und des SV Eintracht auf eine intensivere Nutzung ausgerichtet, sprich: in Kunstrasenfelder umgewandelt, werden. Würde der Tennenplatz der SV Eintracht aufgegeben, könnte ein zentraler Sportplatz beim Gazi-Stadion für Aktive jeglichen Alters geschaffen werden, die nicht Mitglied in einem Waldau-Verein sind. Danach könnten die beengten Wege zum Stadion geöffnet werden. Mindestens so wichtig ist es, die Parkplatzsituation und den Verkehr im Gebiet besser zu regeln, in dem sich auch Einrichtungen wie die Straßenbahnen AG, das Waldhotel, das Schulungszentrum der EnBW, zwei Kindergärten und die Waldschule befinden. Berufspendler blockieren zudem tagsüber den Georgii-Weg nahe der Stadtbahnhaltestelle, so dass Mitglieder der Vereine kaum eine Chance haben, eine Parklücke zu finden.

Für die Vereine auf der Waldau bedeutet dies in den kommenden Jahren auch, sich Gedanken über Kooperationen, womöglich auch Fusionen zu machen. Auch dadurch würden unter Umständen Flächen frei, die man neu ordnen und/oder zusammenlegen könnte. In Feuerbach, Zuffenhausen und auch in Wangen, Hedelfingen und Rohracker ist man da schon einen oder mehrere Schritte weiter.

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