Die norwegische Monarchie steckt im Sumpf: Kronprinzessin Mette-Marit soll eine Freundschaft mit Jeffrey Epstein gepflegt haben, ihr Sohn Marius Borg Høiby steht vor Gericht.
Das norwegische Königshaus erlebt derzeit die schwerste Krise seit Jahrzehnten. Die neu freigegebenen Jeffrey Epstein-Akten enthüllen eine weitaus intimere Beziehung zwischen Kronprinzessin Mette-Marit und dem verurteilten Sexualstraftäter, als bisher bekannt war.
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Zeitgleich steht ihr Sohn Marius Borg Høiby in 38 Punkten vor Gericht - unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen Besuchsverbote. Drei Frauen soll er intim berührt und gefilmt haben, als sie schliefen, eine vierte vergewaltigt haben. Er hat den Vorwürfen am ersten Verhandlungstag widersprochen.
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Mette-Marit über 1000 Mal in Epstein-Akten
Norwegische Medien berichten, dass Mette-Marits Name mehr als 1000 Mal in den freigegebenen Akten auftaucht. Der E-Mail-Verkehr zwischen der zukünftigen Königin und Epstein von 2011 bis 2014 offenbart bedenkliche Details: Die Kronprinzessin pflegte trotz des Wissens um Epsteins kriminelle Vergangenheit eine geradezu innige Freundschaft mit ihm.
In E-Mails schrieb die Kronprinzessin, Paris sei „gut für Ehebruch“ und bezeichnete Skandinavierinnen als „besseres Frauenmaterial“.
Mette-Marits Luxus-Aufenthalt in der Epstein-Villa
Die Akten zeigen, dass Mette-Marit 2013 vier Tage in Epsteins berüchtigter Villa in Palm Beach, Florida verbrachte - dem Ort, wo er junge Frauen missbrauchte.
Die Kronprinzessin hat mittlerweile zugegeben: „Es ist schlicht und einfach peinlich“. Dennoch wirken ihre Rechtfertigungsversuche unzureichend, da sie nachweislich länger Kontakt zu Epstein hatte als ursprünglich behauptet.
Doppelte Krise für Norwegens Königshaus
Ministerpräsident Jonas Gahr Støre fordert Aufklärung. In Richtung von Mette-Marit und dem Königshaus ließ er wissen: „Sie sollten die Angelegenheit aufklären. Das erwarte ich von ihnen.“
Das Image der königlichen Familie hat unter den Skandalen massiv gelitten. Auch wenn die Norweger über die Enthüllungen entrüstet sind, wollen laut einer Umfrage noch 70 Prozent an der Monarchie festhalten - ein Rückgang um elf Prozentpunkte gegenüber 2017.
Schwerste Krise in der Geschichte der norwegischen Monarchie
Historiker Trond Noren Isaksen betont gegenüber Medien, dass das Königshaus in seinen 120 Jahren Bestehen noch nie eine vergleichbare Krise erlebt habe.
Die aktuelle Situation steht in scharfem Kontrast zur Vergangenheit der norwegischen Königsfamilie. König Haakon VII. lehnte während des Zweiten Weltkriegs deutsche Forderungen ab, die Quisling-Marionettenregierung zu legitimieren.
Hitler wollte 3-jährigen Prinz Harald auf dem Thron
Die Familie setzte sich ins Ausland ab, während Hitler mit dem Gedanken spielte den damals dreijährigen Prinz Harald mit mutmaßlicher schwedischer Hilfe unter NS-Vormundschaft auf den Thron zu setzen. Haakon sprach deswegen angeblich nie wieder ein Wort mit dem früheren schwedischen König Gustav V.
Mit ihrer Flucht und Verweigerung wurde die Königsfamilie zur Seele des Widerstands gegen die deutschen Besatzer und später zum Symbol der Nachkriegsdemokratie.
Mette-Marit (52) zieht sich zurück
Es bleibt abzuwarten, wie Kronprinzessin Mette-Marit mit den einschneidenden aktuellen Entwicklungen und ihrer schweren Lungenfibrose umgehen kann. Ihr könnte laut Medienberichten in Zukunft womöglich eine lebensgefährliche Transplantation bevorstehen.
Die 52-Jährige zieht sich vorerst zurück und hat eine mehrwöchige private Reise geplant, während Kronprinz Haakon (52) sowie König Harald und Königin Sonja (beide 88) weiterhin ihren Verpflichtungen nachgehen. Im November 2023 war das Kronprinzenpaar im Übrigen auf Staatsbesuch in Deutschland, weilte dabei jedoch nur Berlin, Hamburg und München. Um Stuttgart machten Mette-Marit und Haakon einen Bogen.