Erdbeben in der Türkei Hoffnungszeichen nach der Katastrophe

Das Erdbeben verursachte vor zwei Jahren verheerende Schäden – und forderte Tausende Todesopfer. Foto: dpa/Boris Roessler

Die türkische Zivilgesellschaft hat trotz der wachsenden Repression nicht aufgegeben, sich zu wehren, kommentiert Türkei-Korrespondentin Susanne Güsten.

Zwei Jahre nach dem Erdbeben in der Türkei hat das Land die Katastrophe noch lange nicht aufgearbeitet. Viele Menschen trauern um Verwandte und Freunde unter den mehr als 50 000 Todesopfern, viele Überlebende hausen weiter in Behelfsunterkünften, die Gerichte kommen bei der Bestrafung der Verantwortlichen für den massenhaft tödlichen Baupfusch und das Versagen der Behörden nur langsam voran. Und doch gibt es viele Türken, die sich entschlossen dafür einsetzen, dass die Schuldigen – Bauunternehmer, Hotelbesitzer oder Beamte – nicht ungeschoren davonkommen. Sie treiben Prozesse voran und machen Druck auf die Staatsanwaltschaften, die davor zurückschrecken, mächtige Unternehmer oder Politiker vor Gericht zu bringen.

 

Die Initiativen zeigen, dass die türkische Zivilgesellschaft trotz der wachsenden Repression nicht aufgegeben hat. Vereine und Anwälte nutzen alle rechtlichen Mittel aus, verklagen die Regierung auf Herausgabe von Daten und verlangen als Nebenkläger hohe Strafen. Sie werden wahrscheinlich nicht genug ausrichten können, um das nächste Unglück zu verhindern. Aber ihr Einsatz ist ein Hoffnungszeichen für die Türkei.

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