An die erste Mahlzeit aus der eigenen Pfanne kann sich Franka-Theresia Baumann noch sehr gut erinnern. Es war im Spanienurlaub. Nachdem man nach der Coronapandemie endlich wieder reisen konnte, ließ sie es sich mit ihrem Mann im Süden gut gehen. Abends saßen sie auf der Terrasse ihres Ferienhauses und aßen Paella aus der Prototyp-Pfanne. „Wir hatten uns vorab eine herstellen lassen. Und ich weiß noch, wie wunderbar es war, dass nichts festgeklebt ist und wir sie danach einfach in die Spülmaschine tun konnten“, erklärt die 60-Jährige, und zählt damit auch gleich auf, weshalb sie sich mit ihrem Mann dazu entschieden hat, eine Pfanne auf den Markt zu bringen.
Die Pfanne gibt es mittlerweile in vier verschiedenen Ausführungen
Weil diese Pfannen mittlerweile in vier verschiedenen Ausführungen und Größen ab aktuell 59,90 Euro auf dem Markt sind und erworben werden können, will das Ehepaar aus Remshalden nun erzählen, wie es zu ihrer Erfindung kam – und natürlich auch ein bisschen die Werbetrommel für ihr Produkt rühren, „das alle Vorteile verschiedener Pfannenarten miteinander vereint, ohne die jeweiligen Nachteile aufzuweisen“.
Fakt ist, die Baumanns – sie ist Erzieherin, er Ingenieur – hatten ein gravierendes Pfannenproblem. Tag für Tag ärgerten sie sich abends beim Kochen darüber, dass das Essen entweder in der Pfanne kleben blieb oder sich das Teflon, also die Beschichtung, irgendwann zu lösen begann. An anderen Tagen gab es nach dem Essen Theater, weil die benutzten Pfannen nicht bequem in die Spülmaschine gepackt, sondern aufwendig von Hand gereinigt und gepflegt werden mussten. „Wir haben drei Töchter und sieben Enkelkinder, da wird viel und gern gekocht, und es muss einfach funktionieren“, sagt Franka-Theresia Baumann, die es satt hatte, trotz teurer Pfannen nur Frust zu erleben.
Ihr Mann fragt sie, ob er ihr eine Pfanne herstellen soll
Als ihr Mann sie eines Tages fragte, ob er ihr nicht einfach eine Pfanne herstellen soll, war die 60-Jährige deshalb erst baff und dann total begeistert. Durch seinen Beruf wusste er zwar über Materialien und die Grundlagen der Herstellung Bescheid. Trotzdem sind beide aus einem anderen Berufszweig und müssen nicht lange überlegen, um zu wissen, dass sie die Pfanne extern herstellen lassen wollen. „Da waren wir uns sofort einig, dass wir die Produktion auslagern“, sagt Franka-Theresia Baumann. Sie stemmen das Projekt ausschließlich mit Eigenkapital und fangen mit der Hersteller-Suche an. „Doch niemand hatte Interesse an einer Produktion, die logischerweise klein startete.“
Das Paar aus Remshalden gibt nicht auf. Auch wenn die Erfindung ihre eigentliche Berufstätigkeit nicht beeinträchtigen soll, wollen sie die Pfanne aus Stahl mit kratzfest veredelter Oberfläche und Rostbeständigkeit auf jeden Fall produziert kriegen – und finden schließlich einen Hersteller in Ungarn, der sie nach ihren Vorstellungen fertigt. „Pan-4-life“ nennen sie ihre Erfindung und melden im Jahr 2022 eine GmbH an.
Bei der Herstellung wird ein Drittel an Energie eingespart
Und auch wenn ihre Pfanne wohl längst nicht die einzige Pfanne aus Stahl auf dem Markt ist, das Ehepaar ist überzeugt von seinem Produkt und preist es auf der Homepage werbewirksam an. In einzelnen Videos stellt Jens Baumann die Pfannen und ihre Vorteile vor: diese sind aus reinem Carbonstahl, können auf allen Herdarten verwendet werden, haben Antihaft-Eigenschaften beim Braten mit Fett, sind spülmaschinenfest und dürfen in den Backofen. Und er demonstriert auch gleich, was man Leckeres darin kochen kann. „Alles was uns an den Pfannen aufgeregt hat, die wir bisher hatten, haben wir geändert. Unsere Pfannen sind frei von Beschichtung, damit kratzfest und umwelt- und ressourcenschonend hergestellt“, so Franka-Theresia Baumann. Bei der Herstellung werde so ein Drittel an Energie eingespart. „Es kommt weder Teflon noch PFAS zum Einsatz und auch kein Chrom und Nickel.“
Das Ehepaar hätte nie gedacht, dass es eines Tages unter die Erfinder geht. Allein davon zu leben, ist auch keine Option, trotzdem sind beide mit Feuereifer dabei. Jens Baumann hat die Produktion der ersten 650 Pfannen in Ungarn begleitet. Danach war der 61-Jährige immer wieder vor Ort oder hat per Fernwartung mitgemischt. Seit Kurzem nun versuchen sich die Baumanns im Verkauf ihrer persönlichen Traumpfanne – und das Interesse gibt ihnen Recht. „Es läuft erst an und könnte noch mehr werden, aber die Pfannen sind nachgefragt.“ Und was haben sie mit den alten Pfannen gemacht? „Die sind mit Schwung im Müll gelandet.“
Weitere Informationen und die Möglichkeit, die Pfannen zu erwerben, gibt es online unter https://pan-4-life.com/.