Erfolg auf der Bundesgartenschau Nürtinger Studentin plant den Garten der Zukunft

Anna Horbert kennt sich mit Gärten – hier der Lehrgarten in der Braike – gut aus. Foto: Ines Rudel

Die Studentin Anna Horbert zeigt die CO2-Bilanz unterschiedlicher Gartennutzungen auf. Ihr Entwurf ist auf der Bundesgartenschau realisiert worden.

Region: Corinna Meinke (com)

Damit sich Städte im Sommer nicht immer mehr zu Hitzeinseln entwickeln, braucht es deutlich mehr Grün. Diese Erkenntnis ist auch bei den Landschaftsplanern an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ein ständiges Thema, berichtet Anna Horbert. Die Studentin möchte mit einem Entwurf zeigen, dass jeder und jede etwas tun kann, um das Kleinklima im bebauten Raum zu beeinflussen. Für ihre Ideen ist sie mit einem ersten Preis belohnt worden beim Studierendenwettbewerb der Bundesgartenschau Mannheim.

 

Städte nachhaltig verändern

Auf Beton so weit wie möglich verzichten und die Städte begrünen, so stellt sich die Studentin Anna Horbert künftige Urbanisation vor. Die 26-Jährige zeigt Möglichkeiten auf, wie das Klima und die Lebensqualität in den Städten langfristig verbessert werden können. Horberts Entwurfskonzept „Emit_Absorb_Save“ soll den Gartenschaubesuchern zeigen, „wie wir den Bau unserer Umwelt und Städte nachhaltig verändern können“. Dazu ist in Mannheim ein SDG-Garten entstanden, der im Zeichen der Sustainable Development Goals (SDG) steht und sich an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert.

Vor ihrem Studium hatte Horbert eine Ausbildung als Gärtnerin gemacht, und dieses praktische Wissen kann sie nun mit den Inhalten verbinden, die sie sich an der Hochschule erarbeitet. Um den nachhaltigen Umbau von Städten zu fördern, hat sich Horbert mit dem Thema CO2 befasst. Das Treibhausgas, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Gas und Öl entsteht, gilt als Verursacher der globalen Erwärmung, deren Folge die aktuelle Klimakrise ist.

Welche Rolle spielt das Treibhausgas?

„Ich möchte keine Lösungen vorgeben“, erklärt die Studentin beim Gang durch den Nürtinger-Braike-Lehrgarten, doch sie hoffe, dass ihr in Mannheim im SDG-Garten umgesetzter Entwurf die Menschen dazu bringt, über die Zusammenhänge nachzudenken. Horbert hat dazu die CO2-Bilanzen verschiedener Materialien berechnet.

In ihrem Konzept „Emit_Absorb_Save“ hat Horbert einen Garten in drei gleich große Flächen von je 22,8 Quadratmeter aufgeteilt, damit sie in Beziehung zum Treibhausgas CO2 vergleichbar sind. Die erste Fläche aus Betonabbruch steht für Emit, also den Ausstoß von CO2, während die Pflanzfläche für Absorb steht, womit die Aufnahme von CO2 , gemeint ist, da Pflanzen bei der Photosynthese aus Kohlenstoffdioxid Sauerstoff bilden. Die Holzfläche schließlich steht für Save, das Speichern von CO2.

Interessant sind die Ergebnisse von Horberts Berechnungen, denn allein bei der Herstellung des Betons für die kleine Fläche wurden bei der dafür notwendigen Zementherstellung 1,9 Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben.

Deutlich besser sieht es aus, wenn die gleiche Fläche mit Bauholz, beispielsweise in Form einer Terrasse, gestaltet wird. Horbert zeigt, dass je nach Holzart 244 Kilogramm Kohlenstoff (Buche), 197 Kilogramm (Lärche) oder 154 Kilogramm (Fichte) gespeichert werden. Da Pflanzen CO2 aufnehmen und Sauerstoff abgeben, „wird bei diesem Prozess Kohlenstoff in Form von Biomasse in den Pflanzen abgespeichert“, erklärt die Studentin. Holz bestehe zu 52 Prozent aus Kohlenstoff.

Pflanzen nehmen CO2 auf

Auch wenn die gleiche Fläche bepflanzt wird, ergibt sich eine positive CO2-Bilanz. Horbert hat berechnet, dass die kleine Pflanzfläche pro Jahr 28,6 Kilogramm Treibhausgas aufnehmen kann. Die Studentin regt an, nur zukunftsfähige Pflanzen und Bäume zu verwenden, die der Erwärmung des Klimas standhalten und Insekten eine Nahrungsquelle bieten können. Auch aus ästhetischer Sicht spreche einiges für die bunte Blütenfläche, die für Vielfalt und Biodiversität stehe.

Weitere Themen