Erfolgreiche Weinmacher Das Remstal räumt beim Rotweinpreis ab
Zur Gratulation für die Erfolge der Remstäler Weinmacher ist der Organisator des Deutschen Rotweinpreises, Rudolf Knoll, eigens ins Weingut Albrecht Schwegler nach Korb angereist.
Zur Gratulation für die Erfolge der Remstäler Weinmacher ist der Organisator des Deutschen Rotweinpreises, Rudolf Knoll, eigens ins Weingut Albrecht Schwegler nach Korb angereist.
Korb - Das Remstal ist einmal mehr sehr erfolgreich dabei und stellt einige Sieger beim Rotweinpreis“, sagt Vinum-Chefverkoster Rudolf Knoll. Der Weinjournalist organisiert jährlich den Deutschen Rotweinpreis des Fachverlags Vinum. Sechs Podestplätze haben sich die Remstäler diesmal gesichert, darunter erstmals auch jeweils eine Topplatzierung für beide Genossenschaften, die Fellbacher Weingärtner und die Remstalkellerei. Aaron Schwegler und die Allianz aus Weinmanufaktur Untertürkheim und dem Winterbacher Sommelier Daniel Hasert stellen jeweils einen ersten Sieger.
Jahrelang hat die Gala zur Preisverleihung – nicht zuletzt wegen der Meriten, die sich die Remstalwengerter dort seit gut zwei Jahrzehnten regelmäßig verdienen – in der Alten Kelter in Fellbach stattgefunden. In diesem Jahr ist Mitte November eine, coronabedingt, kleine Preisverleihung im von der Überschwemmungskatastrophe heimgesuchten, aber beim Wettbewerb trotzdem erfolgreichen Ahrtal.
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Abgeräumt haben die Remstäler Genusshandwerker bei der diesjährigen Ausgabe des deutschlandweit wohl wichtigsten Wettbewerbs im Rotweinbereich mit Platz eins und drei insbesondere in der Kategorie der Cuvées: Hier landete das Korber Weingut Albrecht Schwegler ganz oben auf dem Siegertreppchen. Der Siegerwein ist nicht etwa der im hauseigenen Topsegment geführte Granat, sondern einer aus der zweiten Garde: der 2017er Saphir. Er freue sich riesig, dass das Weingut bei den Cuvées ganz vorne gelandet ist, sagt Aaron Schwegler. Der Saphir, da stimmt er dem zu, was auch die Jury beim hausinternen Vergleich zum Siegerwein sagt: In dem auf im Barrique reifende Cuvées spezialisierten Weingut sei der Saphir zwar „eigentlich der Zweitwein, aber schon offener als der Erstwein Granat aus dem gleichen Jahr“.
„Fellbach ist schon seit Jahren bärenstark“, sagte der Remstal-Tourismus-Geschäftsführer Werner Bader beim regionalen Siegertreffen im Weingut Schwegler. Beim Rotweinpreis 2021 sind die Fellbacher Weingärtner unter den Gewinnern. Mit Platz zwei in der Kategorie der Internationalen Sorten hat der 2018er Syrah Fellbacher Lämmler Edition P die Weinpreisjury überzeugt. Dass gerade dieser Wein ganz vorne landet, ist wiederum Weingärtnervorstand Thomas Seibold eine besondere Genugtuung. Mit der Sorte habe man in Fellbach bereits in den frühen 2000ern zu experimentieren begonnen, aber zunächst nicht gewusst, wohin das führen könnte. Ganz klar zum Erfolg, sagt dazu jetzt die Rotweinpreisjury und konstatiert „einen Beerenton, der sich auch im Geschmack bemerkbar macht, sehr saftig, ausgewogen, aber auch temperamentvoll“. Sie gibt 92 von 100 möglichen Punkten.
Damit ist der Syrah aus Fellbach punktgleich mit dem teils ebenfalls aus dem Remstal stammenden Siegerwein der Kategorie klassische internationale Sorte. Beim Syrah trocken Dreistern „Daniel’s Weine“ 2018 der Weinmanufaktur Untertürkheim handelt es sich um eine exklusive Sonderedition für die Vinothek von Daniel Hasert in Winterbach, der auch an der Vinifizierung maßgeblich beteiligt war. Er sei zwar nicht in erster Linie Weinmacher, sagt Hasert, der vom Erfolg der Koproduktion völlig überrascht wurde. „Aber ich will auch eigene Produkte dabeihaben, das macht unheimlich Spaß.“
Bemerkenswert nennt Rudolf Knoll wiederum die Tatsache, „dass beide Remstäler Genossenschaften auf das Podium stürmten“. Denn neben den Fellbacher Weingärtnern hat sich auch die Weinstädter Remstalkellerei einen Podiumsplatz gesichert. Der 2018er Dialog „R“ landet auf dem dritten Rang bei den Cuvées.
Einen zweiten Platz gibt es in der Kategorie Lemberger für das Weingut Bernhard Ellwanger, Weinstadt, für dessen 2018 Lemberger Großheppacher Wanne „SL“. Und das gute Gesamtergebnis komplettiert das Winterbacher Weingut Jürgen Ellwanger mit Platz drei für den 2018 Zweigelt Hades der Kategorie Neuzüchtungen.
Zum diesjährigen Vinum-Rotweinpreis wurden insgesamt mehr als 1500 Weine eingereicht, ein Drittel davon erreichte die Finalverkostung, bilanziert Rudolf Knoll zum Wettbewerb insgesamt. In einer erstmaligen Wertung von Bioweingütern sei hierbei insbesondere die starke Gesamtleistung des Weingutes Karl Haidle (Kernen) „sehr auffällig gewesen“. Dies wurde mit einem für den aktuellen Wettbewerb neu geschaffenen Sonderpreis anerkannt. Knoll: „Gleich drei Weine erhielten hier von der Jury 90 von 100 möglichen Punkten, das ist bemerkenswert.“
Der Deutsche Rotweinpreis des Fachmagazins „Vinum“
Preis
Der Wettbewerb „Deutscher Rotweinpreis“ ist ein Projekt des europäischen Weinmagazins „Vinum“. Erstmals ausgeschrieben wurde er 1987. Ziel war, die Beachtung und Anerkennung für das Kulturgut Wein im In- und Ausland zu stärken, die Bekanntheit der deutschen Rotweine beim breiten Publikum zu steigern und gleichzeitig den Weinmachern eine Plattform zur Präsentation zu bieten.
Kategorien
Zusätzlich zu den Preisen in acht sortenbezogenen Kategorien wird der „Rote Riese“gekürt. Dieser Titel gilt dem Lebenswerk eines Rotweinwinzers. Neu ist die Auszeichnung „Best Bio-Rotwein“ für den besten biologisch angebauten Wein – mit entsprechendem Nachweis.