Erfolgreicher Badminton-Verein Zwölf Aufstiege in 18 Jahren – mindestens
Das erste Badminton-Team des TSV Neuhausen feiert die Rückkehr in die Württembergliga. Es ist ein weiterer Teil einer Erfolgsgeschichte.
Das erste Badminton-Team des TSV Neuhausen feiert die Rückkehr in die Württembergliga. Es ist ein weiterer Teil einer Erfolgsgeschichte.
Die Badmintonspielerinnen und -spieler des TSV Neuhausen haben es geschafft: Noch bevor der letzte Spieltag gespielt ist, feiern sie den Wiederaufstieg in die Württembergliga. Erst wurde in den Spielen gegen die SpVgg Hengstfeld-Wallhausen und den Nachbarn BV Esslingen gekämpft, dann wurde gefeiert. Auf dem obligatorischen Meisterfoto aber fehlt einer, der einen gehörigen Anteil an dem Erfolg hat. „Ich finde, das Team sollte im Mittelpunkt stehen“, begründet das Florian Maier bescheiden selbst. Er ist seit dem Jahr 2007 Trainer der Neuhausener. Und er kann eine beeindruckende Zahl aufweisen: Der Aufstieg des ersten Teams ist bereits der zwölfte unter seiner Regie. Das zweite und vierte Team des Vereins können noch in der laufenden Runde zwei weitere hinzufügen. Die seither fünf Abstiege, von denen der vor knapp einem Jahr besonders schmerzte und dem diesmal das des dritten Teams in der Landesliga folgen wird, verschweigt Maier aber auch nicht.
„Wenn es strukturiert sein soll, macht es Sinn, dass es ab einer gewissen Liga einen Trainer gibt, es muss einer in der Hand haben“, erklärt Maier. Er weiß aber genau, dass das längst nicht bei allen Badmintonclubs der Fall ist. Oft trainieren sich die Spielerinnen und Spieler selbst. Dass das in Neuhausen anders ist, seit Maier damals angeheuert wurde, ist einer der Vorteile des Vereins.
Maier hält die Zahl von – mindestens – zwölf Aufstiegen zwar auch „bemerkenswert“, betont aber: „Bemerkenswerter finde ich, dass wir in dieser Zeit von einem sterbenden Team zu vier funktionierenden Teams hochgefahren sind.“ Als er kam, spielten die Neuhausener in der Kreisliga und die Badminton-Aushängeschilder der Region waren der BV und die Turnerschaft aus Esslingen. Der Aufstieg im Jahr 2009 in die Bezirksliga läutete den Höhenflug ein.
Ebenfalls interessant: Maier fährt seither jedes Mal einfach etwa 50 Minuten zum Training, denn er wohnt in Blaubeuren. Anfangs hat er selbst noch parallel für die SG Geislingen/Altenstadt in der Württembergliga gespielt. Mittlerweile liegt sein Pass in Neuhausen und er hilft hin und wieder aus, je nachdem, in welchem Team ein Engpass herrscht.
Neuhausen ist längst Maiers sportliche Heimat geworden. In den Teams aber steckt ganz viel Neuhausener Jugendarbeit. Viele Spielerinnen und Spieler auch des Verbandsliga-Meisterteams hat Maier schon im Nachwuchs ausgebildet. „Es macht Spaß, aus Talenten ein cooles Team hinzustellen“, sagt er. Kapitän Fabian Schünemann ist immerhin auch schon seit sechs Jahren da und hat sich, vom Kreisligisten TSV Schlierbach kommend, zu einem Leistungsträger entwickelt. „Ein bisschen haben wir noch an ihm arbeiten müssen“, sagt Coach Maier und lacht. Eine Ausnahme ist da schon der Taiwaner Wang Sheng Hsianh, der zur laufenden Rückrunde von der Turnerschaft kam und gleich eine Verstärkung war. „So was hatten wir eigentlich noch nie, er hat ein sehr gutes Niveau“, sagt Maier. Natürlich passt er auch menschlich bestens rein.
Gegen Verfolger Hengstfeld-Wallhausen steuerte Wang einen Sieg im 3. Männereinzel bei, am Ende wurde es ein 5:3-Erfolg der Neuhausener. Nach dem anschließenden 7:1 gegen den BVE – beim Badminton gibt es traditionell Doppelspieltage – durften die Neuhausenerinnen und Neuhausener mit den heimischen der rund 100 Zuschauer in der Egelseehalle II feiern. Das wurde dann auch ausgiebig und ausgelassen getan. Dass das Unterfangen, in der kommenden Saison den Klassenverbleib zu schaffen, laut Maier „schwerer wird als der Aufstieg“, damit beschäftigen sich er und sein Team später.
Das TSV-Landesligateam muss derweil nach einer 3:5-Niederlage und einem Unentschieden noch nachsitzen. Trainer Maier ist aber zuversichtlich, dass es am letzten Spieltag am 21. März ebenso noch mit dem Sprung nach oben klappt wie beim Kreisligateam. Wenn es so kommt, kann Trainer Maier sagenhafte 14 Aufstiege in 18 Jahren für sich beanspruchen. Wenn die Meisterfotos geschossen werden, wird er sich aber vermutlich wieder bescheiden zurückziehen.