Erfolgsmodell in Wurmberg Ein Bauhof für drei Gemeinden

Was es im Bauhof Heckengäu alles zu entdecken gibt, zeigen die Mitarbeiter beim Tag der offenen Tür. Foto: Andreas Gorr
Was es im Bauhof Heckengäu alles zu entdecken gibt, zeigen die Mitarbeiter beim Tag der offenen Tür. Foto: Andreas Gorr

Zum Tag der offenen Tür beim Bauhof Heckengäu in Wurmberg kommen viele Neugierige.

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Enzkreis - Vor fünf Jahren entschlossen sich drei Gemeinden, ihre Bauhöfe zusammenzulegen und einen gemeinsamen großen Bauhof zu gründen. Dieser Bauhof Heckengäu sorgt nun in Wimsheim, Mönsheim und Wurmberg für gepflegte Grünanlagen, sauberes Trinkwasser und Markierungen auf den Straßen. Die Mitarbeiter reparieren Geräte auf öffentlichen Spielplätzen und tauschen den Sand aus, sie flicken Tore und Zäune und kümmern sich um die Friedhöfe. Im Winter muss geräumt werden, und das auch schon ganz früh am Morgen. Die Liste der Aufgaben, die die 15 Beschäftigten zu bewältigen haben, ist lang.

Zwei Bauhöfe geschlossen

Gemanagt werden die verschiedenen Arbeitsgruppen von Betriebsleiter Stefan Lipps, ehemals Bauhofleiter in Mühlacker. Nach Wurmberg, wo der Bauhof seinen Sitz hat, sei er gern gekommen, erzählt er, denn es habe ihn gereizt, dort mit den drei Gemeinden etwas Neues gestalten zu können. Die Bauhöfe in Wimsheim und Mönsheim wurden komplett geschlossen, die Mitarbeiter am neuen Standort übernommen.

Heute arbeiten sechs Beschäftigte in drei Kolonnen im großen Bereich der Grünpflege, einer kümmert sich um die Fahrzeuge, eine Kolonne ist im Hoch- und Tiefbau tätig und eine weitere in der ­Wasserversorgung. Dazu gehört auch der Verbandswassermeister Helmut Schillinger, der früher Wassermeister in Mönsheim war. Er hat die Wassernetze der drei Gemeinden im Blick, kontrolliert die ­Regenüberlaufbecken und die öffentlichen Brunnen. Vermutet er irgendwo einen Wasserrohrbruch, stimmt er sich aber mit der jeweiligen Gemeindeverwaltung ab, ­bevor er die Leitung aufgraben lässt.

Wimsheim, Mönsheim und Wurmberg haben einen Zweckverband gegründet, der den Bauhof Heckengäu betreibt. Verbandsvorsitzender ist der Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich, „vielleicht weil ich der einzige unter den Kollegen bin, der einen LKW-Führerschein hat und die Fahrzeuge alle selbst fahren kann“, sagt er augenzwinkernd. Die Zusammenlegung habe sich bewährt, so seine Einschätzung. Dabei sei zumindest kurzfristig nicht der finanzielle Aspekt entscheidend gewesen, sondern eine weitere Steigerung der Qualität der Leistungen. Die Mitarbeiter, die nun alle eine einheitliche Arbeitskleidung haben, würden ständig geschult, etwa in puncto Arbeitsschutz. Einige wurden zu Baumfachwarten ausgebildet.

Warum steht der gemeinsame Bauhof in Wurmberg und nicht etwa zentral zwischen Mönsheim und Wurmberg in Wimsheim? „In Wurmberg stand das größte ­Gebäude“, so Weisbrich. „Und durch seine Lage am Ortsrand bot es Erweiterungsmöglichkeiten.“ Diese wurden auch genutzt: 2017 wurde die bestehende Halle ­erweitert, um Platz zu schaffen für Großfahrzeuge und weitere Technikflächen.

Vom Laster bis zum Unimog

Und der Bauhof hat einige große Brummer: einen großen LKW mit einem Kran, der beispielsweise Schnittgut einsammelt, einen Unimog-Transporter, der mit Schneepflug im Winter gute Dienste leistet, oder auch einen Hansa-Transporter mit einem Anbau-Mulcher. „Diese teuren Maschinen wären bei einer einzelnen Gemeinde nicht wirklich ausgelastet“, sagt Mario Weisbrich, „deswegen nutzen wir die jetzt zusammen.“ Auf die Frage eines Besuchers beim gestrigen Tag der offenen Tür, wann denn bei so viel Gemeinsamkeit die drei Gemeinden selbst zusammengelegt würden, sagte der Wimsheimer Bürgermeister: „Überall dort, wo es Sinn macht, schaffen wir zusammen. Aber die Eigenständigkeit geben wir nicht auf. Schließlich stiftet die Gemeinde Identität für die Bürger.“




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