Erhalt Freibäder Weinstadt Solche Einsatzbereitschaft verdient höchsten Respekt

Die Freibäder in Beutelsbach und Strümpfelbach (Foto) dürfen unter Vereinsregie bestehen bleiben. Foto: Gottfried Stoppel

Die Zusagen der Weinstädter Freibadvereine sind es wert, beim Wort genommen zu werden, meint unsere Autorin Luitgard Schaber.

Die Entscheidung ist getroffen. Die Freibäder in Beutelsbach und Strümpfelbach dürfen unter Vereinsregie bestehen bleiben. Die Freude unter all jenen, die sich dafür eingesetzt haben, ist groß und wird sicherlich von vielen, welche die Bädle ebenfalls liebgewonnen haben, geteilt. Doch letztlich haben sich mit dem Beschluss jene durchgesetzt, die am lautesten für ihre Interessen getrommelt haben. Ob diese auch der Mehrheitsmeinung in Weinstadt entsprechen, bleibt dahingestellt.

 

Wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Julian Künkele treffend festgestellt hat, wird man dies nie erfahren. Dennoch und obwohl er von den Neubauplänen der Stadtwerke Weinstadt überzeugt ist, hat er für den Weiterbetrieb der Bäder durch die beiden neuen Freibadvereine gestimmt. Wie viele im Gemeinderat ebenso wie er eigentlich für einen Neubau gewesen wären, aber trotzdem ihre Hände für die Vereine gehoben haben, wird man ebenfalls nur schwerlich erfahren.

Denn eines ist angesichts des hochemotionalen Themas und des beeindruckenden Engagements der Vereinsverantwortlichen ins Hintertreffen geraten: ein sachlicher Vergleich und eine Bewertung der Vereinskonzepte gegenüber der Neubauvariante der Stadtwerke wie dies eigentlich bei einer Entscheidung solcher Tragweite angemessen gewesen wäre. Mag sein, dass die Ratsfraktionen dies im stillen Kämmerlein getan haben. Doch einen Diskurs darüber in öffentlicher Sitzung, den gab es nicht. Damit ist der zentrale Freibadneubau in Endersbach vom Tisch, ohne dass tatsächlich über ihn entschieden worden ist, es bleibt eine vertane Chance, die sich Weinstadt so wohl nie wieder bietet. Einerseits.

Andererseits aber haben sich durch das gewaltige Engagement, das die Initiatoren der Freibadvereine mobilisiert haben, Chancen anderer Art eröffnet. Der Zusammenhalt, die Einsatzbereitschaft für die Stadtgesellschaft verdienen höchsten Respekt. Viele Oberbürgermeister würden sich alle Finger danach schlecken, könnten sie auf solch tatkräftige Bürger zählen. Michael Scharmann und die Stadträte haben gut daran getan, sie nicht auszubremsen. Als ein Vorbild für andere gesellschaftliche Themen könne das Engagement der Freibadvereine dienen, meinte der OB. Gelingt dies, dann hat Weinstadt in jedem Fall gewonnen – egal, wie es mit seinen Freibädern weitergeht.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Weinstadt Freibad Kommentar