Die Bergrennen auf der Neuffener Steige zwischen 1964 und 1983 sind legendär. Am Sonntag, 7. September, wird an den Klassiker erinnert.

Am Sonntag, 7. September, werden in der Stadt Neuffen und nicht zuletzt auf der Neuffener Steige die Motoren röhren. Die Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb, ein Zusammenschluss motorsportbegeisterter Menschen aus der Region, lädt während des Neuffener Stadtfests Eselhock zu einem Treffen klassischer Sportwagen in die Stadt und auf die Steige ein.

 

Etwa 100 Fahrzeuge werden zu dem Spektakel erwartet, bei dem es nicht um Geschwindigkeit geht, sondern um die Präsentation authentischer Rennfahrzeuge aus der Epoche der einstigen Bergrennen zwischen 1964 und 1983. „Es geht um den Sound, um den Geruch und die Haptik, und auch um das Erlebnis drumherum“, sagte Stephan Allgöwer vom Bergpreis-Organisationsteam kürzlich bei der Vorstellung der Planungen für das diesjährige Bergpreis-Treffen. Nachdem das klassische, ab 1964 ausgetragene Bergrennen auf der Neuffener Steige ab dem Jahr 1984 aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht mehr gefahren worden war, hatte sich die Motorsport-Szene für geraume Zeit von Neuffen verabschiedet.

220 Interessenten wollten diesmal dabei sein

Seit elf Jahren lädt nun die Interessengemeinschaft in Erinnerung an die Rennen zum Bergpreis-Treffen nach Neuffen ein. „Das Ganze hat sich in der Szene schnell herumgesprochen und wird von Jahr zu Jahr größer“, berichtete Allgöwer. So hätten sich in diesem Jahr rund 220 Interessenten um einen Platz in einem der vier in der Stadt geplanten Fahrerlager beworben, aus Kapazitätsgründen seien jedoch nur etwa 100 von ihnen berücksichtigt worden. Dabei sei bei den Fahrzeugen ein besonders Augenmerk auf den Bezug zum historischen Bergrennen gelegt worden.

Vier Kilometer, 18 Kurven, 280 Meter Höhenunterschied

Bei den Fahrern wollen auch Lokalmatadoren wie der Neuffener Michael Turco oder Helmut Henzler aus Frickenhausen dabei sein. Auch die Rennsport-Prominenz früherer Zeiten wie Christian Geistdörfer oder Leopold Prinz von Bayern ist vertreten. Der 82-jährige von Bayern fuhr in den Jahren 1965 bis 67 bei den Bergrennen mit, ist nach wie vor in der Motorsport- und Rallye-Szene aktiv und will in diesem Jahr bei einer Schaufahrt einen mit E-Fuel betriebenen historischen Rennwagen präsentieren.

Blick vom Hohenneuffen Foto: Horst Rudel

Seit 2023 wird die Steige für den Bergpreis einen Tag lang gesperrt, um Präsentationsfahrten anbieten zu können. Auch wenn der einstige Wettbewerb fehle – für die etwa 20 000 Zuschauer, die die Veranstalter erwarten, stelle es „ein spektakuläres Erlebnis“ dar, wenn die Rennwagen nach einander mit röhrenden Motoren die etwas mehr als vier Kilometer lange Steige mit 18 Kurven und 280 Metern Höhenunterschied bis zur Albhochfläche überwinden, versprach Allgöwer.

Die erste Fahrt des Tages wird von Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker angeführt. „Er hat die Treffen unterstützt, Türen geöffnet, Wege geebnet und vieles erst möglich gemacht“, lobte Allgöwer den Bürgermeister. Bäcker wiederum sagte zu, dass der Bergpreis stattfinden werde, „mindestens so lange ich im Amt bin“.