Erinnerungen im Landesmuseum Ein ganz persönliches Stück Museum

Klaus Birks (Kabarettist) Lieblingsstück im Fruchtkasten ist eine Spielzeugkuh. Foto: Steffen Honzera 2 Bilder
Klaus Birks (Kabarettist) Lieblingsstück im Fruchtkasten ist eine Spielzeugkuh. Foto: Steffen Honzera

Neun Württemberger mit unterschiedlichen Hintergründen wählen ihr Lieblingsstück aus der Sammlung des Landesmuseums aus.  

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Stuttgart - Ein Tretauto, ein Jagdgewehr, ein zweihändiges Schwert. Die Exponate der Ausstellung im Fruchtkasten am Schillerplatz stehen in keinem historischen oder chronologischen Zusammenhang. Bei der dritten Auflage der Reihe "Mein Lieblingsstück!" haben sich neun ausgewählte Württemberger ein Stück aus der Sammlung des Landesmuseums herausgepickt, zu dem sie einen persönlichen Bezug haben. "Das ermöglicht eine andere Sicht auf die Objekte", sagte die Museumsdirektorin Cornelia Ewigleben.

Für die Kuratorinnen der Ausstellung, Carmen Fischer und Maaike van Rijn, war die Vorbereitungszeit spannend. Seit 150 Jahren, so lange gibt es das Landesmuseum schon, hat sich die Auseinandersetzung mit den Objekten der Sammlung immer wieder geändert. Jetzt kommt nicht nur der wissenschaftliche, sondern auch der private Blick hinzu. "Jeder Besucher wird von einem anderen Objekt angesprochen." Und so präsentiert die Ausstellung neben dem Objekt auch den Bezug des Paten dazu.

Paten mit unterschiedlichen Hintergründen

Die beiden Ausstellungsmacherinnen waren um eine gute Mischung bemüht und haben die Beteiligten nach Alter, Beruf und Wohnort ausgesucht. Mancher ist prominent, andere haben eine gesellschaftliche Stellung, wieder andere stehen weit außerhalb des Kulturbetriebs. So wie der Heilbronner Robin Wieser, der zurzeit einen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Er hat eine Perlenkette aus dem siebten Jahrhundert ausgewählt, die in einem Grab einer wohlhabenden Frau gefunden wurde. Für den jungen Mann ist die Kette zeitlos, sie ähnelt heutigen Schmuckstücken und ist damit ein Beweis, dass Menschen ihre Fähigkeiten über die Jahrhunderte hinweg immer weitergegeben haben.

Anja Hoppe, die Leiterin der Burg Hohenzollern bei Hechingen, hat sich für ein Exponat entschieden, das im Bezug zur adeligen Welt steht: eine Radschlossbüchse von 1599. Die Schusswaffe wurde wegen ihrer technischen Vorzüge, sie wurde ohne eine Lunte gezündet, oft bei der Jagd verwendet. Die mittelalterliche Büchse ist mit Motiven aus der Jagd und der antiken Mythologie verziert. "Sie vereint wunderbar Adel, Forst und Jagd", erklärte Anja Hoppe, die sich schon in ihrem Studium der klassischen Archäologie mit der Jagd beschäftigt hat, ihre Wahl. "Außerdem mache ich gerade meinen Jagdschein."




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