Ermittlungen gegen Kardinal Woelki Hiobsbotschaft
Die Ermittlungen gegen Kardinal Woelki sind ein weiterer Rückschlag für die katholische Kirche, kommentiert Michael Trauthig.
Die Ermittlungen gegen Kardinal Woelki sind ein weiterer Rückschlag für die katholische Kirche, kommentiert Michael Trauthig.
Die jüngsten Meldungen aus dem Erzbistum Köln klingen ein wenig, als sei eine kriminelle Vereinigung im Visier der Ermittler: Polizei und Staatsanwaltschaft lassen kirchliche Räume durchsuchen und stellen mögliches Beweismaterial sicher. Eine solche Nachricht verschärft natürlich die Vertrauenskrise der Kirche in Köln und weit darüber hinaus. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es bei dem Vorwurf, dem die Ermittler nachgehen, keineswegs um Missbrauch und dessen Vertuschung geht. Vielmehr wird Kardinal Woelki verdächtigt, vor Gericht gelogen zu haben. Das ist schlimm genug, wenn es so wäre. Doch bis zum Beweis des Gegenteils gilt der Erzbischof als unschuldig.
Der Vorfall zeigt gleichwohl, dass Woelkis Verbleib im Amt für die katholischen Kirche fatal ist. Denn als Oberhirte der größten Diözese Deutschlands hat er sich mit seinem absolutistischen Gebaren, den Pannen bei der Aufarbeitung des Missbrauchs und den horrenden Kosten für PR-Beratung längst unmöglich gemacht. Dass er dem Papst seinen Rücktritt anbieten musste, war daher konsequent. Franziskus aber ließ Woelki bisher auf seinem Posten. Nun ist es Zeit zu handeln.