Patienten mit Hirn-Aneurysma-Erkrankungen in der großflächigen Region um Ludwigsburg profitieren von schonenden, hochmodernen Behandlungsmethoden. Das zeigt jetzt eine Studie.

Ludwigsburg: Andreas Hennings (hen)

Eine nationale wissenschaftliche Auszeichnung lenkt den Blick auf den Kreis Ludwigsburg: Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am RKH Klinikum Ludwigsburg wurde für seine Forschung zur modernen Behandlung von Hirn-Aneurysmen ausgezeichnet. Das teilt die RKH Gesundheit mit. Im Mittelpunkt stand eine Untersuchung zu besonders schonenden, beschichteten Gefäßimplantaten – Flow-Diverter-Stents –, die vielen Patienten mit Hirn-Aneurysmen deutliche Vorteile bieten.

 

Hirn-Aneurysmen sind Aussackungen von Blutgefäßen im Gehirn. Bleiben sie unbehandelt, können sie platzen und lebensbedrohliche Hirn-Blutungen verursachen. Dank moderner Medizin lassen sich die allermeisten Aneurysmen minimal-invasiv behandeln – also ohne offene OP. Dabei werden die Stents – aus vielen feinen Metallfäden geflochtene Röhrchen-Implantate – über einen Schlauch durch die Blutgefäße vom Handgelenk oder der Leiste aus bis zur betroffenen Stelle geschoben. Sie stabilisieren das Gefäß von innen und sorgen dafür, dass die Aneurysma-Durchblutung reduziert wird und sich das Hirn-Aneurysma verschließt.

Ergebnisse sind „sehr ermutigend“

In der Studie wurden herkömmliche Flow-Diverter-Stents mit neuen, speziell beschichteten Modellen verglichen. Die Beschichtungen verringern das Risiko von Blutgerinnseln an den Röhrchen-Implantaten mit möglichen Folgen eines Schlaganfalls und machen die Behandlung noch sicherer.

Levani Imerlishvili (Mitte) bei der Preisverleihung auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie in Salzburg Foto: RKH Gesundheit

Grundlage der Untersuchung waren alle 1397 Hirn-Aneurysma-Behandlungen in deutschen Krankenhäusern 2022, ausgewertet anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Ergebnisse sind laut Mitteilung für Betroffene sehr ermutigend: Bei noch nicht geplatzten Aneurysmen konnten Patienten mit den beschichteten Stents häufiger direkt nach Hause entlassen werden. Sie benötigten auch kürzere Beatmungszeiten und hatten insgesamt bessere Behandlungsergebnisse bei geringerer Sterblichkeit.

Schon länger in Ludwigsburg im Einsatz

„Ziel unseres Forschungsprojekts war es, auf Basis einer breiten Datenbasis zu prüfen, ob diese neuen, beschichteten Stents tatsächlich messbare Vorteile bringen – eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Ärztinnen und Ärzte in vielen Kliniken“, sagt Levani Imerlishvili, Projektleiter in Ludwigsburg. Er nahm den vom „Verein für Hirnaneurysma-Erkrankte – Der Lebenszweig“ gestifteten Wissenschaftspreis entgegen.

Das Klinikum Ludwigsburg verfügt über eine mit Unikliniken vergleichbare Neuroradiologie mit Schwerpunkt für minimal-invasive Therapie von Hirngefäßerkrankungen. Versorgt werden Patienten aus der Region bis Würzburg.