Hierzulande begegnet man Schlangen eigentlich eher selten. Sie sind scheu und lassen sich kaum blicken. Doch nun ist es wieder passiert. Es ist bereits der zweite Schlangenfund in Filderstadt innerhalb kürzester Zeit.

Esslingen: Veronika Andreas (va)

Eine besondere, tierische Begegnung haben Spaziergänger am vergangenen Samstag unterhalb des beliebten Ausflugsziels Uhlbergturm bei Filderstadt-Bonlanden gehabt. Vor ihren Füßen überquerte ein 1,5 Meter langer Python den Weg, verschwand im Gestrüpp und machte es sich schließlich unter einem Stahlträger gemütlich. Die erstaunten Spaziergänger verständigten daraufhin sogleich den Tierschutzverein Tierfreunde Filderstadt, der die Würgeschlange einfing und ins Tierheim nach Filderstadt brachte. Dort wartet sie nun auf ihren Besitzer oder einen Reptilienfreund.

„Bislang hat sich noch niemand gemeldet, der die Schlange vermisst“, berichtet Rebecca Bauer, Tierpflegerin in Ausbildung beim Tierheim Filderstadt. Da sich das Reptil weit weg von einem Wohngebiet mitten im Wald bei einer Gartensiedlung befunden hatte, gehen die Tierretter davon aus, dass die Schlange ausgesetzt wurde. Verletzungen weise die Schlange keine auf, sagt Bauer. Ihr gehe es gut. Dennoch hoffen die Tierheimmitarbeiter, dass der Python schnell wieder ein schönes Zuhause bei einem Reptilienexperten findet. Denn so richtig viel Platz hat er im Tierheim nicht. „Wir sind im Bereich Reptilien nicht so gut ausgestattet“, erklärt Bauer.

Zweiter Schlangenfund innerhalb kurzer Zeit

Es ist bereits der zweite Schlangenfund in Filderstadt innerhalb weniger Wochen. Ende Juli hatte eine Frau aus Filderstadt-Sielmingen einen mehr als einen Meter langen Python vor ihrer Haustüre entdeckt und die Polizei verständigt. Es stellte sich heraus, dass die Würgeschlange ihrem Besitzer ausgebüxt ist und bereits seit einer Woche unterwegs gewesen war. Die Polizei konnte das Tier schließlich einfangen. Kurze Zeit später holte der Besitzer seinen Schützling aus dem Tierheim in Esslingen wieder ab.

Würgeschlangen sind nicht giftig

Von einem Python, der eigentlich nicht in schwäbischen Gefilden sondern in den tropischen Regionen Afrikas und Asiens heimisch ist, geht für Menschen kaum eine Gefahr aus. Pythons sind keine Gift-, sondern Würgeschlangen und gelten als sehr scheu. Zudem war das Tier mit einer Länge von 1,5 Metern noch relativ klein. Dass eine Würgeschlange einen Menschen mit ihrer Beute verwechsle, komme selbst bei wild lebenden Schlangen äußerst selten vor, sagt der Artenschutzreferent und gebürtiger Filderstädter Daniel Schmenger. Große Schlangen aus menschlicher Obhut seien den Umgang mit Menschen gewöhnt und zeigten oft keinerlei Reaktionen bei einem Aufeinandertreffen, so der Experte. Bei einer Begegnung sollte man trotzdem einen größeren Abstand einhalten, das Tier aus sicherer Entfernung fotografieren und einen Spezialisten oder die Polizei verständigen, rät Schmenger.

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