Wer längere Zeit darben musste, wirkt mitunter etwas ausgehungert – beziehungsweise dürstet wieder nach flüssigen Genüssen, nach edlen Rebensäften und Begegnungen mit Gleichgesinnten. All diese geliebten Rituale soll nun der Fellbacher Herbst wieder ermöglichen, nach der pandemiebedingten, zweijährigen Pause – 2021 gab’s immerhin einen kleinen umzäunten Ersatz, „Fellbach feiert den Herbst“ betitelt, sowie einen Rummel mit Einlasskontrollen.
Doch jetzt soll die Rückkehr zum bewährten Programm wieder möglich sein. Vergleichsweise früh rührt heuer die Verwaltung die Werbetrommel: Knapp zwei Wochen vor dem Großereignis, das vom 7. bis 10. Oktober wieder Zehntausende in die Stadt locken soll, hat OB Gabriele Zull die Pressevertreter in die Räume des Wengerters Rainer Schnaitmann in der Untertürkheimer Straße eingeladen, um die Programmpunkte des beliebten Heimat-, Erntedank- und Weinfests zu verkünden.
Das Miteinander ist endlich wieder möglich
Schließlich sei es „eine unheimliche Freude, wieder einen kompletten Fellbacher Herbst feiern zu können“, handele es sich doch um den „Höhepunkt des Jahres“ im vorderen Remstal. Bei den Miniaturausgaben in den vergangenen zwei Jahren „fehlte die persönliche Begegnung, das Treffen und zusammen Feiern, das Miteinander“ – und dies mache den Herbst doch aus.
Allerdings gibt es bei dieser 73. Auflage des Fellbacher Herbsts auch manche Änderung. Zull äußerte sich auch zum Aufreger der vergangenen Tage: zum abgesagten Feuerwerk am Sonntagabend vom Dach der Schwabenlandhalle. Die neue Variante habe man angesichts des diesjährigen Herbst-Mottos bewusst gewählt, das da lautet: „Mehr als 120 Nationen, die glücklich unterm Kappelberg wohnen, Fellbach will in Frieden leben, zwischen Stadt und vollen Reben.“ Zu Gast bei der vorgesehenen abendlichen Lichtinstallation sind die überlebensgroßen Dundu-Figuren – der Name ist eine Komprimierung von „Du und Du“ –, die ohne Worte auskommen, von innen beleuchtet und durch lange Stäbe von Menschen bewegt werden. Ihr Auftritt unter dem Motto „Sharing the Light“ wird von Livemusik begleitet, und sie agieren mit dem Publikum, erklärt Melanie Mezger, Veranstaltungsleiterin der Stadt, sie verspricht „ein berührendes Erlebnis.“
Für die große Weinprobe gibt es noch Karten
Das diesjährige Dundu-Gastspiel bedeute „keine Grundsatzentscheidung für oder gegen das Feuerwerk“, betont Zull. Im Anschluss sei eine Online-Bürgerbefragung vorgesehen, rechtzeitig vor dem 74. Fellbacher Herbst 2023 entscheide dann der Gemeinderat. Eines steht jedoch fest: Angesichts der Kosten kann nur eines der beiden Lichtspektakel finanziert werden.
Den inoffiziellen Start bildet die „Große Weinprobe“ der Fellbacher Weingärtner am Donnerstag, 6. Oktober. Durch den Abend führt SWR-Moderatorin Stephanie Haiber, neben Musik wird auch eine Artistiknummer angekündigt. 1000 Plätze stehen im Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle zur Verfügung. „Noch gibt es Karten“, sagt Thomas Seibold von den Weingärtnern.
Frühstück im Riesenrad
Kleine Veränderungen gibt es beim Rummel. Das Riesenrad auf dem Guntram-Palm-Platz, das in der kommenden Woche und somit etwas später, als ursprünglich geplant in Fellbach eintrifft, wird von Ende September bis zum 24. Oktober die Menschen beispielsweise auch zu Genussfahrten oder Frühstücksausflügen einladen. Auf der Parkfläche neben der Schwabenlandhalle sind die Kinderfahrgeschäfte inklusive einigen Verzehrständen angeordnet. „Wir bündeln den Themenbereich etwas, um den Familien ein besseres Angebot zu bieten“, erklärt Melanie Mezger. Der Rückzug des Festzeltbetreibers Frank Ellinger sei bedauerlich – somit gebe es nur noch ein Festzelt – aber für Verpflegung sei gesorgt, versichern die Organisatoren. „Über 20 Verzehrstände stehen den Besuchern zur Verfügung“, sagt Mezger. Gerade in Nach-Corona-Zeiten komme diese vielfältige Außenbewirtung wahrscheinlich sogar recht gut an.
Der Höhepunkt des Festes ist am Samstagnachmittag: der Erntedank an der Neuen Kelter, der Umzug mit Fußgruppen, Musikvereinen und Festwagen samt feierlicher Eröffnung auf dem Guntram-Palm-Platz mit der Ehrung der älteren Mitbürger und dem Tanz der Landjugend. Mit 49 Gruppen hat der Umzug fast die gleiche Größe wie früher.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.herbst.fellbach.de