Eröffnung Moschee in Waiblingen „Seine Heiligkeit“ kommt zur Feier
Die islamische Ahmadiyya-Gemeinschaft feiert am Dienstag ihr neues Moscheegebäude. Mit dabei ist Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, das geistige Oberhaupt aus Großbritannien.
Die islamische Ahmadiyya-Gemeinschaft feiert am Dienstag ihr neues Moscheegebäude. Mit dabei ist Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, das geistige Oberhaupt aus Großbritannien.
Die islamische Gemeinschaft der Ahmadiyya Muslim Jamaat (JMA) in Waiblingen feiert am kommenden Dienstag, 5. September, offiziell die Einweihung ihrer Moschee. Deren Bau hat sich seit der Grundsteinlegung, die bereits Ende des Jahres 2016 war, lange hingezogen. Am Festakt nimmt nun aber sogar das geistige Oberhaupt der Religionsgemeinschaft aus England teil.
Wer sind die Ahmadi-Muslims? Die Ahmadiyya Muslim Jamaat versteht sich als islamische Reformgemeinde. Gegründet wurde sie in Indien im Jahr 1889 von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, den die Ahmadi-Muslims als den verheißenen Messias verehren. Unter anderem letzteres unterscheidet sie von anderen islamischen Gruppierungen, welche die JMA deshalb teilweise als Abtrünnige sehen. In Pakistan werden Ahmadiyya-Anhänger beispielsweise verfolgt. Seit 1922 gibt es die Frauenorganisation Lajna Imaillah und seit 1938 die Jugendorganisation Khuddam-ul-Ahmadiyya für männliche Mitglieder. In Deutschland hat die Gemeinschaft nach eigenen Angaben etwa 40 000 Mitglieder und unterhält mehr als 50 Moscheen. Der Hauptsitz der JMA befindet sich derzeit in Großbritannien.
Was bedeutet der Name der Moschee?
Die Waiblinger Moschee trägt den Namen Nasir Moschee. Das arabische Wort bedeutet übersetzt „der Helfer, der Beschützer“.
Wo befindet sich die Moschee?
Die Nasir Moschee in Waiblingen liegt verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe zum Waiblinger Bahnhof. Ursprünglich hatte die Religionsgemeinschaft erwogen, das Gebetshaus an einer recht abgelegenen Stelle im Gewerbegebiet an der Düsseldorfer Straße zu bauen, sich dann aber – auch auf Anraten der Stadtverwaltung – umentschieden. Bis zu ihrem Umzug nutzte die Gemeinde Räume in einem Industriegebäude im Gewerbegebiet Ameisenbühl.
Welche Grundsätze galten beim Bau?
Die Ahmadiyya setzen nach eigenem Bekunden auf „bescheidene Moscheen, die sich ins jeweilige Stadtbild einfügen“. Diese werden gen Mekka ausgerichtet, hierzulande gilt eine südöstliche Ausrichtung. Diese hinzubekommen war keine ganz leichte Aufgabe, da das Gebäude in eine Lücke zwischen ein Fitnessstudio und ein Parkhaus gebaut wurde. Die Größe der Moscheen richtet sich nach der Zahl der Gemeindemitglieder, die in Waiblingen bei rund 400 liegt. Der Bau hat rund 1,3 Millionen Euro gekostet. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat organisieren den Moscheebau zentral, zuständig ist der in Stuttgart aufgewachsene und zum Islam konvertierte Bauingenieur Saeed Gessler.
Die Moschee hat eine kleine beleuchtete Kuppel und ein verziertes Metallelement an der Fassade, das ein Minarett symbolisiert. Auf diesen Kompromiss hatten sich die Stadt und die Religionsgemeinschaft geeinigt. Gegen den Bau eines rund fünf Meter hohen Zierminaretts, das die Ahmadiyya-Gemeinde ursprünglich an ihre Moschee bauen wollte, hatte es im Jahr 2014 eine Unterschriftenaktion gegeben.
Wer ist das aktuelle geistige Oberhaupt?
Der 1950 geborene Hadhrat Mirza Masroor Ahmad ist das geistige Oberhaupt der Gemeinschaft und Urenkel des Gründers der Religionsgemeinschaft, des sogenannten Verheißenen Messias. Er wurde, wie die Kalifen vor ihm, gewählt – und zwar 2003. Da er am Wochenende bei der Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf der Messe Stuttgart zu Gast ist, wird er an der Eröffnung der Waiblinger Moschee teilnehmen.