Die Bahn räumt einen „gravierenden Fehler“ im Schienenersatzverkehr zwischen Schorndorf und Grunbach ein. Betroffene können nun zumindest ihre Taxi-Kosten geltend machen.
Es war ein Abend zum Abgewöhnen für viele Pendler auf der Remsbahn: Statt mit dem Zug nach Hause zu fahren, standen sie am Mittwoch zwischen Schorndorf und Grunbach – und warteten vergeblich. Die versprochenen Ersatzbusse für die S-Bahn-Linie S2? – Fehlanzeige. Erst Stunden später rollten überhaupt erste Fahrzeuge an. Die Deutsche Bahn räumt die Panne ein und bittet um Entschuldigung.
Wie ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage mitteilt, sei es am 12. November ab 17.45 Uhr zu einem „gravierenden Fehler“ gekommen: Für den geplanten Schienenersatzverkehr sei schlicht kein Busunternehmen beauftragt worden. Die Folge: Leere Haltestellen, Frust bei den Reisenden – und ein Verkehrsunternehmen, das sich nun öffentlich erklären muss.
Ersatzbus kam erst um 22 Uhr – wer konnte, stieg um
„Mit Hochdruck“ habe man versucht, kurzfristig Busse und Fahrer zu organisieren, heißt es von Seiten der Bahn. Doch bis etwa 22 Uhr tat sich wenig. Lediglich der reguläre Linienbusverkehr konnte in dieser Zeit notdürftig als Ausweichmöglichkeit dienen. Sofern man überhaupt wusste, wo und wann er fuhr.
Erst vier Stunden nach dem Start des Ausfalls pendelten zwei Busse auf der Strecke zwischen Grunbach und Schorndorf. Für manche war das zu spät: Sie hatten längst ein Taxi genommen – auf eigene Kosten.
Bahn verspricht Kulanz bei Taxi-Kosten nach Panne
Betroffene können laut Bahn ihre zusätzlichen Ausgaben, etwa für Taxis, geltend machen. Kulanz werde versprochen, Anfragen sollen per Mail an kundendialog.baden-wuerttemberg@deutschebahn.com geschickt werden. Das Unternehmen zeigt sich reumütig: Man bedaure den Vorfall ausdrücklich.
Und es sei kein Einzelfall im Sinne eines strukturellen Versagens, betont der Sprecher: Allein 2024 hätten die von der S-Bahn Stuttgart beauftragten Busunternehmen bereits über 1,75 Millionen Kilometer zurückgelegt – das entspreche über 43 Erdumrundungen.
Neue Bauarbeiten, neue Einschränkungen
Für Donnerstag und Freitag, so der Bahnsprecher weiter, seien wieder ausreichend Busse im Einsatz gewesen, Start jeweils ab 17.45 Uhr. Auch am Wochenende stehe erneut Ersatzverkehr an. Die Lage sei nun stabil.
Doch Entspannung ist nur von kurzer Dauer: Schon ab Samstag, 15. November, stehen auf den Linien S1 bis S3 weitere Bauarbeiten mit Fahrplanabweichungen an. Die Bahn informiert auf ihrer Website über die Details.