Erste Kickers-Niederlage unter Märkle Keine Steilvorlage vor der Mitgliederversammlung

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Die Stuttgarter Kickers sind unter Trainer Dieter Märkle stabiler, sie stehen kompakter, sie machen weniger individuelle Fehler: Aber das äußerst unglückliche 0:1 gegen die SV Elversberg zeigte auch, woran es dem Fußball-Regionallgisten fehlt.

Duell auf Augenhöhe: Kickers-Spielmacher Sebastian Mannström (li.) gegen Elversbergs Torschütze, den Ex-Aalener Leandro Grech. Foto: Baumann
Duell auf Augenhöhe: Kickers-Spielmacher Sebastian Mannström (li.) gegen Elversbergs Torschütze, den Ex-Aalener Leandro Grech. Foto: Baumann

Stuttgart - Rainer Lorz flüchtete sich in Ironie: „Wenn’s läuft, dann läuft’s“, sagte der Präsident von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickersund zog ein langes Gesicht. Gerade hatten die Blauen äußerst unglücklich gegen Spitzenreiter SV Elversberg mit 0:1 verloren und damit eine Steilvorlage für die Mitgliederversammlung an diesem Montag (19 Uhr, SSB-Waldaupark) verpasst. Nach dem Abstieg und dem zu verkündenden Minus in der Bilanz dürfte die Stimmung ohnehin frostig sein.

Erste Pflichtspiel-Niederlage unter Märkle

Da hätte eine Fortsetzung der Serie unter Coach Dieter Märkle gut getan. Doch nach drei ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie erwischte es die Kickers. „Das bessere Team hat verloren“, fand Lorz. Und lag damit nicht falsch. Die Kickers spielten vor 2420 Zuschauern überlegen. Sie hatten ein klares Chancenplus (Mannström, Malone und zweimal Thermann vergaben die besten), doch das Tor erzielte der Tabellenführer. „Wir haben die Qualität, aus Nichts etwas zu machen“, sagte SVE-Coach Michael Wiesinger mit Blick auf das Goldene Tor von Leandro Grech nach einer Ecke (84.). Kollege Märkle saß daneben und nickte. „Meine Elf hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, nur die letzte Gier, ein Tor zu erzwingen, fehlte“, stellte er fest. Keine Frage: Die Kickers (nur ein Sieg in zehn Heimspielen) haben sich unter Märkle stabilisiert. Sie stehen in der Defensive kompakter, es werden weniger individuelle Fehler fabriziert.

Lange Kerls auf Außen nicht optimal

Doch klar wird auch, was der Mannschaft fehlt. Zu allererst schnelle Außenbahnspieler. Es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, mit den 1,90-m-Riesen Ryan Malone und Luca Pfeiffer (der seine Sache gut machte) über die Flügel kommen zu wollen. Das Problem: Im Kader gibt es nicht viele Spieler, die dem Anforderungsprofil entsprechen. Wobei die Leichtgewichte Marco Koch und Enis Küley gerade bei den derzeit tiefen Böden Alternativen wären. Auch Sandro Abruscia würde die Außenbahn sicher beleben, doch da vor der Saison kein robuster Sechser verpflichtet wurde, der den Rhythmus bestimmt und für Stabiltität sorgt, wird Abruscia im Zentrum benötigt. „Ich muss die Mannschaft mit diesem Kader weiterentwickeln“, sagt Märkle. Vier Möglichkeiten hat er noch vor der Winterpause. Ob er danach Trainer bleiben wird, hängt maßgeblich vom Ausgang dieser Spiele ab. Die bessere Mannschaft zu sein, wird nicht reichen.

Kickers im 4-4-1-1-System




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