„Speis & Trank“ in Fellbach Erste Messe in der Region Stuttgart startet

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Von der Kulinart über die Made in Stuggi bis zum Kunstkaufhaus – fast alle kleineren Messen sind für 2020 abgesagt. Die Speis & Trank aber findet Mitte Oktober statt. Organisator Luca Salvatore erklärt, wie und warum er startet.

Maria-Elena Strauß und Luca Salvatore veranstalten am 17. und 18. Oktober die Messe Speis &  Trank in der Alten Kelter in Fellbach. Foto: Karoline Kirchhof
Maria-Elena Strauß und Luca Salvatore veranstalten am 17. und 18. Oktober die Messe Speis & Trank in der Alten Kelter in Fellbach. Foto: Karoline Kirchhof

Stuttgart/Fellbach - „Unfassbar gut“, freut sich Veranstalter Luca Salvatore, „ist das Feedback auf unsere Entscheidung, die Speis & Trank nicht zu streichen.“ Während fast alles gestrichen worden ist, wird der am Bodensee geborene Italiener mit seiner Geschäftspartnerin Maria-Elena Strauß nun zum Vorreiter – mit den Organisatoren der Hochzeitsmesse „Wir heiraten!“, die zeitgleich am dritten Oktoberwochenende stattfindet (auf der Landesmesse).

„Wir glauben, dass sich Messen auch in Zukunft strikt an Hygienemaßnahmen halten müssen“, sagt der 27-jährige Salvatore, „das Messeleben wird sich verschärfen.“ Bei der Speis & Trank am 17. und 18. Oktober in der Alten Kelter in Fellbach will sein Team beweisen, wie man eine Genussmesse in der Pandemie auf die Beine stellen kann.

„Endlich ein Lichtblick“, sagen die Aussteller

„Die Aussteller sind begeistert“, berichtet Salvatore, „sie sagen, wir sind endlich mal ein Lichtblick.“ Kleinere Manufakturen, die sich bei der Speis & Trank präsentieren, wollten zeigen, „dass es sie noch gibt“. Ohne Präsentation bei Messen würden sie in Vergessenheit geraten. Eine Genussmesse funktioniere nicht online. Wirtschaftliche Gründen mögen für die Absage von Messen sprechen – unter Corona-Bedingungen ist die Verdienstmöglichkeit minimal –, doch die Macher der Speis & Trank wollen „ein bisschen Hoffnung geben“ und sich darauf vorbereiten, wie man in den kommenden Jahren eine Veranstaltung mit Publikumsverkehr sicher macht.

„Die Messe wird leer wirken – dadurch fühlt man sich sicher“

Statt der sonst üblichen 120 Aussteller sind diesmal nur 65 auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern zugelassen. Sie werden auf Inselstände mit drei Meter Abstand platziert. Alle Stände werden um 40 Prozent vergrößert. Das Publikum läuft in einer Richtung, die Gänge sind so breit wie nie zuvor. „Was in einem Baumarkt funktioniert, funktioniert bei uns noch besser“, sagt Luca Salvatore. Die Belüftung in der Alten Kelter von Fellbach sei optimal. „Wir können die Oberfenster öffnen, sowie regelmäßig mehrere Tore“, erklärt der 27-Jährige.

Salvatore berichtet von einer guten Zusammenarbeit mit den Behörden, die seinen Hygieneplan gelobt und abgesegnet hätten. Am Eingang erfolgt die Registrierung und wird genau gezählt, wie viele Personen gleichzeitig in der Halle sein dürfen. Während es in den Vorjahren in „Stoßzeiten“ (im wahrsten Sinne des Wortes) über 1000 waren, sind jetzt 350 erlaubt. „Die Messe wird leer wirken“, sagt der Veranstalter, „dadurch fühlt man sicher.“

„Die Nachfrage nach Karten ist gut“

Wie beim Einkaufen tragen alle Masken. An den Ständen gibt es Sitzmöglichkeiten sowie Stehstände. Dort kann man – wie in der Gastronomie – den Mund- und Nasenschutz absetzen zum Probieren, Schmecken und Genießen. Die Aussteller tragen Masken und bauen oft Schutzwände auf. „Sie sagen, sie tragen lieber Maske als dass man sie vergisst“, berichtet Salvatore, „die Maske wird halt zum Teil der Arbeitskleidung.“

Von der Bienenmanufaktur bis zum Winzer, von der „Chili-Mafia“ bis zu Goldwachs-Tücher, von der Mandelbrennerei bis zum Salzverkäufer – die Auswahl der Aussteller deckt vielerlei Genüsse ab. „Die Nachfrage nach den Karten ist gut“, sagt der Veranstalter. Karten gibt es online. Man muss sich mit Zeiten anmelden. Die Botschaft, die von der Speis & Trank ausgehen soll, beschreibt Luca Salvatore so: „Wir leben und genießen wieder! Und wir freuen uns über einen Hauch von Normalität.“

Hochzeitsmesse traut sich am 17. und 18. Oktober

Wer sich die Homepage der Messe Stuttgart anschaut, sieht im Terminkalender überwiegend rote Balken mit der Aufschrift „Abgesagt“. Die einzige Ausnahme ist die Hochzeitsmesse „Wir heiraten!“, die als Gastveranstaltung von einer Firma organisiert wird, die „Traudich“ heißt. Dieser Name passt gut in die Corona-Zeit. Die Veranstalter trauen sich, am 17. und 18. Monaten den Auftakt bei der Landesmesse nach monatelanger Zwangspause zu machen. Auch hier besteht Maskenpflicht. Auch im November sind etliche Messen unweit des Flughafens abgesagt. Weiter geht es erst vom 13. bis zum 15. November mit der Euro-Motor, der Messe für Luxusautos und Lebensart.




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